anerkennung

Der im Wettbewerb Siegreiche hat die Anerkennung der Zuschauer, vielleicht aber auch den Neid der Mitkombattanten.

Lediglich den erschlichenen Sieg missgönnt auch das Publikum.

So ist es mit anderen Arten der Vorzüglichkeit, des hohen Ranges. Die Unbeteiligten anerkennen und schätzen ihn, wenn er rechtmäßig erlangt wird. Sie missbilligen legitimerweise den vorgespielten, den angemaßten, den unverdienten, erschlichenen, auch den ererbten und nicht aus eigener Kraft erworbenen Rang.

So hat die Masse ein gutes Gespür für echte Führung, sie anerkennt, ja sie bewundert und liebt diese bisweilen sogar.

Dagegen wehrt sie sich gegen das Angemaßte, das Erschleichen von Privilegien durch Machtpositionen, das Getue einer Pseudoelite, die sich im Rampenlicht gefällt ohne wirkliche Leistungen zu vollbringen. Allerdings stumpft die Mehrheit gegen diese Usurpatoren einer hohen Position allmählich ab, zu häufig ist das Phänomen.

Aber darin liegt auch die Möglichkeit wirklicher Vorzüglichkeit, die wie aus dem Nichts erscheinen kann und den Menschen wie eine Erleuchtung begegnet, wie etwas lange Vermisstes und beinahe unbewusst ersehntes. Das Messianische der wirklichen Vorzüge, des echten Ranges überzeugt unmittelbar.

Nur gegen Mitbewerber und deren Neid muss sich wahre Vorzüglichkeit in Acht nehmen, sonst landet sie „am Kreuz“. Aber selbst nach dem Kreuz kommt Ostern und die Hoffnung ist nicht verloren.

autorität

In der Erziehung aber auch in Wirtschaft und Politik wird Autorität erwartet und häufig vermisst.

Zwei Formen mit Übergängen sind deutlich, zum einen die echte, natürliche Autorität, zum anderen die formale, aufgesetzte, äußerliche und nicht wirklich mit der jeweiligen Person verbundene.

Die aufgesetzte oder gar angemaßte Autorität fällt sofort weg, wenn das Amt, die Funktion verschwindet. Zudem haben Menschen ohne wirkliche innere Führungsqualitäten das Problem, dass äußerer Anspruch und innere Wirklichkeit auseinander klaffen. Die Rolle bleibt aufgesetzt, ist angemasst, wirkt gespielt und unnatürlich. Es passt einfach nicht zusammen, einerseits ein schwacher, kleiner Mensch und dann auf der anderen Seite eine große, mächtige Rolle. Das sind dann immer mehr oder weniger deutliche Fehlbesetzungen, die Hosen sind zu lang, die Jacken zu weit. Und leider sind die, die das kritisieren und auf den sichtbaren Widerspruch deuten, selbst oft nicht in der Lage die Sache besser und richtig zu machen.

Innere, echte Autorität beruht auf Stärke. Stärke des Menschen, Sachverstand, Erfahrung, Fähigkeiten. Wahre Autorität braucht die äußeren Machtzeichen nicht und verzichtet sogar besser darauf, um Verwechslungen mit bloss angemaßter Autorität noch weiter auszuschließen.

Natürlicher Autorität wird Liebe, Anerkennung, Respekt entgegengebracht, ohne dass sie darauf besonderen Wert legen würde.

Und noch eines, ja etwas Wesentliches: wirkliche Autorität kann und will sich neben- und unterordnen. Sie will nicht unbedingt „führen“. Wenn sie führt, kommt das quasi von ganz alleine und sogar, wie Platon in der Politeia beschreibt, gegen ihren Willen.

Die ganzen Eliteschulen und elitären Verbände und Verbindungen sind dagegen schlicht unangemessen. In ihnen soll vorgeblich die Führungspersönlichkeit erzogen werden, es sollen Menschen gebildet werden, die „Verantwortung“ übernehmen wollen usw.. 

Das scheint doch sehr abgeschmackt, denn zum guten Teil sind die Zöglinge arrogante Tröpfe, deren Anmaßung und Selbstüberschätzung nur noch weiter ins Bizarre gesteigert wird.

Dagegen: nicht jeder kann und soll führen, die Mehrheit muss auf die eine oder andere Weise sich auch unterordnen und viele menschlichen Verhältnisse finden auf Augenhöhe statt, ohne Über- und Unterordnung. Weiter kann Führung und wirkliche Autorität schnell und situationsweise wechseln.

Allen Besuchern von „Eliteschulen“, von ambitionierten Vereinen und Parteien, die so gerne „Verantwortung“ übernehmen wollen ist hier deutlich empfohlen: lernt Stiefelputzen.

Die Fusswaschung in der katholischen Tradition ist ein richtiger Ansatz, auch wenn sie zur Geste verkommen ist und das vorgebliche „Dienen“ nur eine Bemäntelung eigentlichen Herrschens oder zumindest sich Durchfütternlassens wurde.