früher

Dem konservativen, im Grunde reaktionären „früher war alles besser“ gebe man zu bedenken, dass von Generation zu Generation die Menschen intelligenter werden. Das mag sich in den allerletzten Jahren etwas abschwächen. Der Effekt wurde von dem neuseeländischen Politologen James R. Flynn beschrieben.

Es drängt sich manchmal bei der Rede von der guten alten Zeit der Verdacht auf, dass lediglich der Redner damals besser in Schuss war und heute einige Zeichen von Verfall am eigenen Körper und Geist zeigt.

leben

Unbedingter Respekt vor menschlichem Leben schwindet an den Enden. Gegenüber gerade gezeugtem Leben und gegenüber alten Menschen schwindet die Achtung, der Schutz und die Liebe.

Ich denke das ist eine verhängnisvolle Tendenz. Alte Menschen sollten nicht in Institutionen abgeschoben werden und Embryonen oder Feten dürfen nicht getötet werden. Aus diesem Grund, dem unbedingten und einschränkungslosen Schutz des ganz jungen, des ganz alten und des menschlichen Lebens überhaupt, sollten sich auch unnatürliche Empfängnismethoden verbieten. Weiterhin muss die Familie als natürlicher Entstehungsort des Lebens stärker respektiert, geschützt und unterstützt werden. Und die Familie sollte auch der natürliche und selbstverständliche Ort des Alterns und Sterbens sein.

Zugegeben, hier denke ich katholisch.

Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 52: Charta der Familienrechte

Instruktion Dignitas Personae über einige Fragen der Bioethik

gemeinschaft

Für jede Gemeinschaft ist eine gesunde Bevölkerungsentwicklung grundlegend. Wo die Menschen fehlen, gibt es keine Gemeinschaft mehr. Meine Vorschläge wären deshalb:

Die Kinderfreundlichkeit müsste erhöht werden, und die Zahl der Kinder pro Frau sollte wachsen.

Politik hat zwar keinen direkten Einfluss auf die Familienplanung oder sollte ihn zumindest nicht haben. Doch die Rahmenbedingungen für kinderreiche Familien, auch und gerade bei Menschen mit höheren Einkommen und einer akademischen Ausbildung, könnten um Vieles besser sein.

Über einige Massnahmen sollte man vielleicht nachdenken:

  • Kinderwahlrecht, treuhänderisch durch die Eltern ausgeübt
  • Senkung der jeweiligen Einkommenssteuer um 10% pro Kind
  • Bezahlung der Erziehungs- und Hausarbeit für Frauen die zuhause bleiben und zwei oder mehr Kinder haben.
  • Stärkung der Familien und ihrer erzieherischen Aufgaben und keine vermehrte Vergesellschaftung und Verstaatlichung der Erziehung, keine überwiegende Auslagerung der Erziehung in soziale Einrichtungen wie Krippen, Kindergärten, Schulen, Internate …
  • Keine Ganztagsbetreuungen, der Nachmittag gehört der Familie, den Freunden … Vormittags ist Kindergarten und Schule und Nachmittags erzieht die Familie …
  • Wirkliche Chancengleichheit aller Kinder und Jugendlichen – der Slogan „reiche Eltern für alle“ trifft das sehr gut. Soziale Hürden müssen vollständig niedergerissen werden. Bei der Bewertung der schulischen und universitären Leistung dürfen der Geldbeutel der Eltern, Schichtzugehörigkeit usw. nicht die geringste Rolle spielen. Beim Zugang zu höheren Bildungseinrichtungen sollten allein die Begabung und Leistungsbereitschaft zählen.
  • Förderung der Familiengründung schon bei Studenten während des Studiums durch großzügige finanzielle Unterstützung …
  • Eine echte Bildungsoffensive auf allen Ebenen, denn unsere wichtigste, nicht nur wirtschaftliche, Grundlage sind gut erzogene, gebildete, leistungsbereite und leistungsfähige junge Menschen
  • Wirksamer Schutz von Kindern und Jugendlichen vor verderblichen Einflüssen, vor Drogen, vor kultureller Dekandenz, vor körperlichen Schäden und seien es ein Mangel an Bewegung, Fehlernährung und andere gesundheits- und entwicklungsschädigende Einflüsse
  • Im Körperlichen der Schutz und die Förderung eines natürlichen Schamgefühls und einer strengen Sittlichkeit
  • Alle Möglichkeiten der Staatsgewalt zur Ausschaltung jugendgefährdender Einflüsse müssten tatsächlich eingesetzt werden. Das Ziel müsste sein, binnen eines Jahres:
    • Freiheit von Drogen und Drogenhandel, Drogenkriminalität
    • Beseitigung jeglicher Prostitution
    • Sittlichkeit und Anstand an Stelle einer Sexualisierung aller Lebensbereiche und der Instrumentalisierung von Sexualität zu Werbezwecken
    • Entschlossenes Durchgreifen gegen jede Form der Kriminalität, auch der Jugendkriminalität
  • Ausschaltung von Zerstreuung und „Entertainment“ zugunsten produktiver Leistungen und eigener künstlerischer Entwicklung

niedergang

Auflösung, Niedergang, Dekadenz sind die Zeichen der Gegenwart. 

Besonders die Auflösung der Familien, das Auseinanderfallen der Generationen und das reihenweise Zerbrechen selbst der Kleinst- und Rumpffamilie sind zersetzend für unsere Gemeinschaft.

Die demographische Katastrophe ist bereits mit einer Geburtenrate in Deutschland von unter 1,4 Kindern pro Frau in vollem Gange.

Die Kultur der Sprache, der Künste, der Wissenschaften löst sich auf und wird durch eine Unterhaltungsindurstrie und hier besonders durch das Fernsehen ersetzt.

Traditionen, die weit besser waren als die Formlosigkeit und Haltlosigkeit durch die sie abgelöst wurden, sind vergessen oder werden nur noch als Attrappen gelebt.

Auch Grausamkeit und Menschenverachtung nehmen zu. Im Krieg sind Frauen, Kinder und Alte, Nichtkombattanten insgesamt schon seit langem Zielscheibe der Tötungsmaschinerien.

Anstand, Sittlichkeit, Gehorsam und Verantwortung lösen sich auf, verlieren an Inhalt und Bedeutung.

Und wo ist Rettung?

spiegel

Spiegelt die Evolutionstheorie die marktwirtschaftliche Ordnung? Die Parallelen sind verblüffend. Es treten Mutationen oder neue Unternehmen auf. Diese sind besser oder schlechter angepasst. Sie wachsen oder vergehen. Die Dynamik im Gegensatz zur statischen, mittelalterlich verfassten Gesellschaft ist nicht zu übersehen.

Ist damit die bürgerliche Gesellschaft die natürliche Ordnung? Ich denke kaum. Welche Ordnung werden wir in der Zukunft haben und wie wird sie unsere Theoriebildungen beeinflussen? 

Und dann ist Einiges der evolutionstheoretischen Erklärungen auch zirkulär, d.h. es sind Scheinerklärungen. So überlebt und vermehrt sich das Individuum, das am besten angepasst ist. Und der Grad der Anpassung wird am Erfolg des Überlebens und Reproduzierens gemessen. Der mit der besten fitness vermehrt sich. Und der, der sich am erfolgreichsten vermehrt, hat die beste fitness.

optimal

Was uns nicht umbringt, würde härter und stärker machen. Ja und nein. Es kommt auf den Grad der Belastung an.

Die Trainingslehre untersucht das wissenschaftlich. Übertrainiert wird der Sportler nicht stärker, sondern schwächer.

Vielleicht langweilig, aber bei der Hormesis, dem sich Feien gegen Widrigkeiten, entscheidet das rechte Mass.