macht

July 6th, 2010 by admin

Psychologisch kann wohl Macht als Grundeinheit betrachtet werden. Die Frage nach dem Wieviel an Macht klärt die Verhältnisse zwischen Menschen. Geschieht etwas machtvoll, beruht eine Haltung auf Macht oder auf Schwäche, welcher Art und in welchem Grade liegt Macht vor?

Es ist der Unterschied zwischen Entschlossenheit und Zaudern, zwischen Jammern und Jubeln, zwischen aufrecht und gebeugt stehen und gehen.

kriegsgewinner

June 25th, 2010 by admin

Der Sieger schreibt nicht nur, so ein Gemeinplatz, die Geschichte, er ist auch der neu erstandene Friedensbewahrer. Durch den erlangten Sieg sind die Verhältnisse nach seinem Geschmack und ein neuerlicher bewaffneter Konflikt könnte nur zu Nachteilen führen. So ist der Sieger auch Friedensstifter, er hat die Verhältnisse unter Kontrolle und möchte, dass das so bleibt und nicht durch neue Kämpfe womöglich in Frage gestellt wird.

Umgekehrt könnten die Verlierer nicht befriedet sein. Hier wäre die kluge Staatspolitik gefordert, die den Ausgleich herstellt und neuerliche Konflikte verhindert. Sie könnte alle Parteien auf längere Sicht zu Siegern machen.

stolz

June 19th, 2010 by admin

Eine mögliche dichotome Bestimmung menschlichen Seins ist die von Sieger und Verlierer, von Täter und Opfer, von Handelnden und Leidenden. Es ist auch die Unterscheidung von geradem, aufrechtem und gebeugtem Gang, von straffer und erschlaffter Muskulatur, von Strahlendem und Abgestumpftem. Das Christentum stellt das Leiden, das Opfer ins Zentrum. Andere Mythologien setzen den Sieger in die Mitte der Betachtung.

distanz

June 18th, 2010 by admin

Abstand gerade zu den wichtigen Dingen ist unerlässlich und darf unter gar keinen Umständen aufgegeben werden. Dieser Abstand kann räumlich sein, emotional, zeitlich. Es ist eine gewisse Gleichgültigkeit und Gelassenheit nötig, nicht aufgesetzt, sondern als grundlegendste Befindlichkeit.

monokulturen

June 7th, 2010 by admin

Totalitäre politische Systeme sind wie landwirtschaftliche Monokulturen.

Demgegenüber hat eine traditionelle politische Landschaft mit Brachflächen, Hecken, unbegradigten Wasserläufen und allen exotischen, zum Teil verwilderten Variationen entscheidende funktionelle und ästhetische Vorteile.

Zum Beispiel wäre es Deutschland besser bekommen, nach dem ersten Weltkrieg nicht die Monarchie abzuschaffen und revolutionär die Republik auszurufen. Statt dessen hätte man die Monarchie im Sinne einer konstitutionellen Monarchie behutsam und langsam demokratisieren können. Diese allmählichen Übergänge und Mischformen hätten zwar keiner reinen republikanischen Theorie entsprochen, wären keine demokratische Monokultur gewesen. Sehr wahrscheinlich hätte dieser vorsichtige Wandel aber sowohl einen deutschen Faschismus und im Gefolge davon einen deutschen Kommunismus verhindern können.

Wir hätten unter diesen Umständen noch einen deutschen Kaiser, ohne wesentlichen politischen Einfluss und mit eher repräsentativen Aufgaben, und es wäre uns das III. Reich und die DDR mit allen damit verbundenen Katastrophen, dem II. Weltkrieg, der Judenverfolgung, der Teilung Deutschlands mit Mauer und Umwandlung des real existierenden Sozialismus in ein Großgefängnis …, erspart geblieben.

wohlbehagen

May 29th, 2010 by admin

Der moderne, der “letzte Mensch”, möchte nicht mehr leiden, er möchte auch dann nicht leiden, wenn höhere Ziele nur unter Opfern erreichbar sind. Anstrengungen, harte Arbeit, Lernen, Üben, Durchhalten sind nicht seine Sache. Erwartet wird sofortige, mühelose Befriedigung aller Bedürfnisse und die werbende Medienwelt gaukelt die Verwirklichung dieses Wunsches vor. Drogen, Medikament und arbeitslose Einkommen helfen ebenso. Auch die Kunst, besonders die bildenden Künste glorifizieren gegenwärtig den mühelosen Dilletantismus.

Demgegenüber ist sogar eine Verselbstständigung und Exstase des Opfers im Christentum und das Märtyrer- und Asketentum in vielen Religionen höher zu werten.

Noch besser ist allerdings die Übung, Mühen zu tragen, in der Erwartung einen höheren Nutzen, der die Opfer überwiegt, zu erzielen.