Archive for February, 2010

kühl

Monday, February 22nd, 2010

Jeder Fanatismus, jede hundertprozentige Überzeugtheit, jeder unbedingte Glaube hat einen schlechten Geruch.

Eine vornehme Haltung zeigt sich an dem kühlen Blick, auch auf sich selbst.

widernatur

Sunday, February 21st, 2010

Zur medialen Aufwühlung schon seit langem bekannter sexualpathologischer Praktiken in der katholischen Kirche ein Zitat aus dem Jahre 1888:

“Vierter Satz.- Die Predigt der Keuschheit ist eine öffentliche Aufreizung zur Widernatur. Jede Verachtung des geschlechtlichen Lebens, jede Verunreinigung desselben durch den Begriff “unrein” ist die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist des Lebens.”

Weil es mit so großer Verve und Selbstüberschätzung geschrieben ist und vor allem aber mit Stil, hier der größere Zusammenhang:

“Gegeben am Tage des Heils, am ersten Tage des Jahres Eins
(- am 30. September 1888 der falschen Zeitrechnung)
Todkrieg gegen das Laster:
das Laster ist das Christenthum

Erster Satz. – Lasterhaft ist jede Art Widernatur. Die lasterhafteste Art Mensch ist der Priester: er lehrt die Widernatur. Gegen den Priester hat man nicht Gründe, man hat das Zuchthaus.

Zweiter Satz.- Jede Theilnahme an einem Gottesdienste ist ein Attentat auf die öffentliche Sittlichkeit. Man soll härter gegen Protestanten als gegen Katholiken sein, härter gegen liberale Protestanten als gegen strenggläubige. Das Verbrecherische im Christsein nimmt in dem Maasse zu, als man sich der Wissenschaft nähert. Der Verbrecher der Verbrecher ist folglich der Philosoph.

Dritter Satz. – Die fluchwürdige Stätte, auf der das Christenthum seine Basilisken-Eier gebrütet hat, soll dem Erdboden gleich gemacht werden und als verruchte Stelle der Erde der Schrecken aller Nachwelt sein. Man soll giftige Schlangen auf ihr züchten.

Vierter Satz.- Die Predigt der Keuschheit ist eine öffentliche Aufreizung zur Widernatur. Jede Verachtung des geschlechtlichen Lebens, jede Verunreinigung desselben durch den Begriff “unrein” ist die eigentliche Sünde wider den heiligen Geist des Lebens.

Fünfter Satz. – Mit einem Priester an Einem Tisch essen stößt aus: man excommunicirt sich damit aus der rechtschaffnen Gesellschaft. Der Priester ist uns er Tschandala, – man soll ihn verfehmen, aushungern, in jede Art Wüste treiben.

Sechster Satz. – Man soll die “heilige” Geschichte mit dem Namen nennen, den sie verdient, als verfluchte Geschichte; man soll die Worte “Gott”, “Heiland”, “Erlöser”, “Heiliger” zu Schimpfworten, zu Verbrecher-Abzeichen benutzen.

Siebenter Satz. – Der Rest folgt daraus.”

[Nietzsche F. Der Antichrist; 1895.]

sitzfleisch

Monday, February 15th, 2010

In der Vorfrühlingsluft der länger werdenden Wintertage, die Temeraturen sind noch eisig, die Sonnenstrahlen aber scheinen heller, die Vögel zwitschern  aufgeregt, schweifen die Gedanken zurück. Warum hat man in früheren Zeiten nicht mehr geschafft, warum hat man sich nicht hingehockt und durchgehalten, gearbeitet, bis man vom Stuhl gefallen wäre. Man hatte geduldig, entschlossen, mutig, mehr erreicht. Was hätte denn passieren sollen, was wäre einem geschehen, wenn man immer konsequent und tapfer durchgehalten hätte, nie aufgegeben, nie unterbrochen, nie abgelenkt, einfach fleißig, zügig, hartnäckig und planvoll gearbeitet hätte?

Man hätte  Schmerzen bekommen,  man hätte sich schreiend am Boden gewälzt und wäre röchelnd verendet unter der überwältigenden Last.

gehorsam

Sunday, February 14th, 2010

Kinder sollten gehorchen lernen. Ein Fehler der häufig begangen wird, ist, die Kinder vor die Wahl zu stellen zwischen Gehorsam und  Strafe.

Gehorsam bedeutet aber nicht Wahlfreiheit zwischen Gehorchen und Nichtgehorchen (und Bestraftwerden).

Gehorsam bedeutet, dass man das tun muss was verlangt wird, alternativlos.

Gehorsam ist bedingungslos und ohne Wahlmöglichkeit.

Gehorsam ist eng mit Disziplin und Autorität verknüpft und führt, konsequent in der Erziehung verfolgt, zu disziplinierten Menschen, die sich schließlich auch selbst im Griff haben und selbst Autorität besitzen. So erzieht Gehorsam und gehorchen können zu Selbstdisziplin, Selbstzucht und Freiheit.

unausweichlich

Saturday, February 13th, 2010

Unausweichlich wurde es angekündigt, nach dem Menschen käme es. Und so wird es sein, dort wo es verkündet wurde.

einkommen

Friday, February 5th, 2010

Die Frage, die die meisten Menschen beschäftigt, ist, wie viel einer verdient. Natürlich verdient man selbst immer zu wenig. Aber die anderen verdienen meistens zu viel.

Spannender jedoch schein mir zu sein, womit man sein Geld verdient. Und hierbei finde ich besonders die Frage interessant, ob jemand für sein Geld arbeitet oder nicht. Es gibt nämlich, besonders bei den ganz armen und den sehr vermögenden Leuten in unserer Gemeinschaft durchaus Geldempfang, ohne dass dafür gearbeitet werden müsste. Das sind so genannte arbeitslose Einkommen. Sie haben, vorausgesetzt ihr Bezieher könnte arbeiten, wenn er wollte, etwas asoziales.

Erst in zweiter Linie interessiert bei den Arbeitseinkommen, wie gut die geleistete Arbeit ist und ob das Verhältnis von Arbeitsleistung und Einkommen stimmt.

Also, um es kurz zu machen, wäre ich für die Abschaffung arbeitsloser Einkommen. Und ich wäre bei den Arbeitseinkommen dafür, sehr genau auf die gerechte Relation von Leistung und Einkommen zu achten. So einfach stelle ich mir das vor.