ἀλήθεια

Wahrheit (ἀλήθεια) beanspruchen Evolutionsbiologen für sich, wenn sie die Illusionen des Katholizismus und anderer Religionen kritisieren. Die Wissenschaft ist wahr, die Religion ist ein Lügengebäude.

Aber was ist schon Wahrheit? Im Spiel der Evolution kommt es nicht so sehr darauf an, wer Recht hat und die Wahrheit sagt, sondern entscheidend ist die Erhaltung und Fortpflanzung von Lebewesen. Und was die Geburtenraten und damit die evolutionsbiologisch entscheidene Reproduktion betrifft, sind die Religionen mit ihren vermeindlichen Illusionen den modernen wissenschaftlich und religionskritisch eingestellten Gruppen um ein vielfaches überlegen.

Wenn in ein paar Generationen die wissenschaftlichen Zivilisationen verschwunden wären, würde es ihnen wenig helfen im Besitz der Wahrheit gewesen zu sein.

Wahrheit ist nur dann gut, wenn sie einen Selektionsvorteil bietet. Führen demgegenüber „Illusionen“ zu einer besseren Anpassung und Vermehrung, dann sind diese „Illusionen“ der Wahrheit überlegen und damit sind in gewisser Weise die Illusionen zumindest das Wahre, wenn nicht sogar die Wahrheit.

misanthropie

Die Tendenzen zur Ablehnung anderer Menschen leugnet man gerne, auch vor sich selbst. Dabei spielt die Abneigung, das Unbehagen, die Feindseligkeit und Gleichgültigkeit der Menschen untereinander eine kaum zu überschätzende Rolle. Wie könnte man sonst gelassen bleiben, wenn in ärmeren Weltteilen Kinder allein deshalb sterben, weil ihnen kein sauberes Trinkwasser zur Verfügung steht.

Ein nicht unbeträchtlicher Teil des wirtschaftlichen Reichtums wird verwendet, um sich seine Mitmenschen vom Leibe zu halten. Und Unmengen an Medikamenten und Drogen werden konsumiert, damit Unsicherheit und Unbehagen in der Gegenward anderer Menschen gemildert werden.

Wie weit Abstand, Ruhe vor den Menschen, Höflichkeit aus Distanz ihre Berechtigung haben wird im Zusammenleben der Spaß- und Massenkonsumgesellschaft westlicher Prägung nur unzureichend realisiert.

streng

Wer sich vor den Mühen der strengen, methodischen Forschung drücken möchte, mag ins seicht Spekulative ausweichen. Statt mit der Wirklichkeit beschäftigt er sich mit Vorstellungen, die naiv, unrealistisch und in ihren Auswirkungen auf das Leben gefährlich sein können.

So ist die gegenwärtige Philosophie zum einen Wärmestube für Professoren, die, sei es aus Faulheit oder Unvermögen, zur wissenschaftlichen Anstrengung nun ganz und gar untauglich sind. Zum anderen ist die Philosophie Exitpoint für Aussteiger aus der harten wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit.

Wenn im guten Sinne noch heute Philosophie möglich sein soll, dann dürfte sie dort, ohne ausdrücklich als solche verstanden zu werden, stattfinden, wo mit der Wirklichkeit in Theorie und Praxis fleißig und im Nahkampf gerungen wird.

zölibat

Der Zölibat wird verschieden begründet, im Neuen Testament mit der Ehelosigkeit um des Himmelreichs willen, der jetzige Papst sieht einen Verzicht auf die biologische Fortpflanzung als Glaubensbeweis an die Unsterblichkeit der Seele, ökonomisch wird  ein Grund im Zusammenhalt des Kirchenvermögens gesehen.

Ich denke, dass der Priester als Alphatier auch die Begehrlichkeiten der Frauen in der Gemeinde auf sich zieht und sich ohne Zölibat, und bisweilen auch mit, wie ein Silberhaargorilla verhalten könnte. Um hier Unfrieden zu verhindern, muss der Hirt der Herde keusch leben. Rangkämpfe mit den anderen Männern der Herde wären sonst häufiger und Eifersüchteleien der Frauen ebenso.

hände und füße

Eine Hand wäscht die andere und manche Hände waschen viele Hände. Der Pfarrer wäscht sogar die Füße, aber nur an Gründonnerstag. Und wenn man ein Scheerchen mitbringt macht er sogar auch noch die Fußnägel. Probieren Sie es einmal aus!