malstifte auf holz
malstifte auf holz 1:

malstifte auf holz 2:

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Unterhaltend zu sein ist an sich nicht schlecht. Shakespeare oder Homer sind unterhaltend, Lewis Carroll oder Gilbert Keith Chesterton sind es ebenso.
Aber man kann auch so unterhaltend sein wie die Werbepausen im Fernsehen oder wie TV-Entertainer.
Was sind die Grenzen des Wissens? Was wissen wir und was wissen wir nicht?
Die Metapher der Grenze scheint irreführend, denn eine exakte Linie ist nicht auszumachen bis zu der wir alles genau wissen und über die hinaus wir gar nichts mehr erkennen.
Die Übergände sind eher graduell mit Rissen, Sprüngen und mehr oder weniger starken Verläufen und Unschärfen, eher wie eine unsichere Moorlandschaft im Nebel der Morgendämmerung. Und das zudem auch mit zeitlich wechselnd schnellen Änderungen, sodass, wo neulich noch fester Tritt war, bald darauf kein Halt mehr ist und einer rettungslos versinkt.
Wirkliche Not ist meiner Generation unbekannt. Aber die Literatur, Solschenizyn, Tolstoi, Dostojewski, von Grimmelshausen und andere, haben Not, Hunger, Flucht und Vertreibung eindringlich erzählt. Ich habe dadurch eine Vorstellung davon, was einem hier droht, wenn auch keine wirkliche Erfahrung.
Hinzu kommen die Erzählungen der Elterngeneration, auch der Großeltern, von Inflation, von Krieg, Zerstörung, Währungsvernichtung, Gefangenschaft, Vertreibung, Hunger, Kälte, Krankheit. Die Not war erlebt und teilweise unerträglich. Die Not wurde auch nicht von allen überlebt.
Sollten jetzt wieder skrupellose Finanzjongleure die Menschen, unsere Familien, in Not reißen? Ohne zur Verantwortung gezogen zu werden? Ohne Rechenschaft geben zu müssen? Ohne Wiedergutmachung, Entschädigung leisten zu müssen?
Und noch wichtiger ist die Frage, wie kann man die Not verhindern oder doch teils abwenden? Und was lernen wir, was müssen wir für die Zukunft lernen?
Das Fernsehen, Filme, Unterhaltungsliteratur bauen eine Scheinwelt auf, in die sich das Publikum flüchten kann. Das ist gefährlich, denn diese Scheinwelt verhindert das Verständnis der wirklichen Welt. Die Realitätsflucht erschwert das Bestehen in der Realität.
Fähigkeiten verkümmern, die in einer Fernsehwelt nicht geübt werden. Kinder werden unsportlich, besitzen weniger räumliche Koordination, die Sprachkompetenz nimmt ab und die Fähigkeit zum Zwischenmenschlichen ist schwächer entwickelt.
Kurz, diese Scheinwelten machen dumm, dick, lebensuntüchtig und führen zu weniger Nachkommen. Die Scheinwelten mutieren ihre Opfer zu evolutionären Blindgängern.
Information, Kunst ist dann gut, wenn sie das Verständnis unserer wirklichen Lebenswelt stärkt. Evolutionsbiologisch gesehen, ist die Darstellung von Welt oder von Phantasiewelten dann gut, wenn sie zu Erhalt, Wachstum und Vermehrung führt.
Frank Schirrmacher ist u.a. ein Prophet dieses Themas.