Evolution, Religion, Wissenschaft
Religionen sind möglicherweise einer wissenschaftlichen Weltanschauung in dem entscheidenden Punkt überlegen.
Es mag sein, dass der wissenschaftliche Wahrheitsbegriff besser ist. Es mag sein, dass die wissenschaftlichen Methoden einen rascheren Fortschritt in Medizin, Technik, Weltverständnis usw. bringen.
Wenn aber, und das ist der springende Punkt, in den hoch industrialisierten, wissenschaftlich geprägten Ländern die Geburtenraten zu niedrig sind, werden die wissenschaftlich geprägten Kulturen ganz einfach aussterben.
Wenn demgegenüber in stark religiös geprägten Kulturen die Geburtenraten hoch sind, oder zumindest ausreichend, dann werden diese Kulturen bestand haben und sich gegenüber den wissenschaftlich-technisch geprägten Kulturen behaupten.
Zuletzt überleben möglicherweise die streng religiösen Kulturen. Die starke und dauerhafte Verbreitung von Religionen spricht auch evolutionstheoretisch für diese Vermutung.
In der Evolutionstheorie, die selbst wieder dem wissenschaftlichen Geist entsprigt, ist nicht unbedingt die wisssenschaftliche Wahrheit entscheidend. Für den Erfolg, den Erhalt einer Population, kann bedeutsam sein, was andere als Aberglaube und Unwahrheit auffassen.
So kann eine Illusion, aus wissenschaftlicher Sicht, der wissenschaftlichen Anschauung überlegen sein, wenn die Illusion eher zur Reproduktion und damit zum Bestand und zur Ausbreitung einer Bevölkerungsgruppe führt.
Wissenschaftlich gesehen haben strenge Religionen aufgrund der besseren Familienstruktur und der höheren Geburtenraten den entscheidenden Vorteil gegenüber wissenschaftlich-industriellen Weltanschauungen.
Hier schreibt die wissenschaftliche antireligiöse Welt möglicherweise ihren eigenen Totenschein.
Wenn Religionskritiker, wie Dawkins, auf diesen Punkt nicht eingehen, übersehen sie das Grundlegende. Gerade in der Evolutionstheorie zählt nicht die Wahrheit oder wer jetzt mit seinen Anschauungen Recht hat. In der Evolutionstheorie ist die entscheidende Frage: wer überlebt, wer pflanzt sich erfolgreich fort. Es ist nicht die Frage, wer im Besitz einer wie auch immer gearteten überlegenen Wahrheit ist. Entscheidendend auf lange Sicht ist, wer die meisten Nachkommen hat.
„Seid fruchtbar und mehret euch.“
Leben, Ökonomie
Die Techniker-Krankenkasse gibt eine Studie bekannt, nach der in Deutschland 800.000 Menschen zwanghaft und ohne wirklichen Bedarf kaufen. Sieben Prozent der Bevölkerung seien gefährdet. Der Psychologe Gerhard Raab, Ludwigshafen, habe die Sache untersucht.
Tatsächlich ist Gerhard Raab Hochschullehrer für Marketing und „internationales Marketing Management“ an der Fachhochschule Ludwigshafen. Er beschäftigt sich damit, wie man Produkte an die Kunden verkauft, im Grunde genommen auch mit der Frage, wie man Konsumenten süchtig macht. Der Experte kommt, und das muss gar nicht unbedingt ein Nachteil sein, nicht aus der konsumkritischen Ecke, sondern aus dem Bereich, der den Absatz und Konsum fördern soll.
Von der Drogensucht profitieren Produzenten und Händler. Bei der Kaufsucht ist es ebenso. Produzenten und Händler profitieren von dieser Krankheit. Ihre Gewinne steigen durch Kaufsüchtige. Werbung hat kein anderes Ziel, als den Absatz zu steigern. Und Werbung ist allgegenwärtig. Sie überschwemmt uns mit Reizen, sie schreit uns an, sie sticht in die Augen, sie überflutet die potentiellen Kunden. Leisen Töne, das Unaufdringliche scheinen ihr unbekannt. Ein wirkliches Interesse daran, was der Kunde braucht und was er nicht braucht, ist ihr fremd.
Und wo ist die Grenze zwischen „gerne Einkaufen“ und süchtig sein nach Shopping? Es ist doch das Ziel von Werbung, von Handel und Dienstleistung die Konsumenten süchtig nach den eigenen Produkten und Leistungen zu machen.
Der Verkauf soll zwischenmenschliche Bedürfnisse nach Zuwendung und Nähe befriedigen. Die Waren sollen Schönheit, sozialen Status usw. herstellen.
Natürlich erfüllt der Verkauf das Bedürfnis nach Menschlichkeit nicht. Und Waren machen nicht wirklich schöner. Ein Auto bestimmt nicht wirklich den sozialen Rang. Ein Hochstapler kann eine Luxuskarosse fahren und ein sehr vermögender Mensch oder eine wissenschaftliche Autorität können mit dem Fahrad daherkommen.
So ist es mit den anderen gekauften Dingen. Kleider machen bestenfalls so lange schöner, wie man sie trägt. Sind die Hüllen gefallen, zeigt sich die wirkliche Schönheit, oder auch deren Fehlen.
Was ist zu tun?
Enttarnen des Ersatzcharkters von Konsum. Marketing und Werbung versuchen die Bereiche zu vermischen und Konsum als Befriedigung verschiedener, starker Bedürfnisse erscheinen zu lassen. Aber in Wirklichkeit ist Konsum definitiv nicht:
- menschliche Kommunikation, Aufmerksamkeit, Zuhören, Freundlichkeit, Verständnis,
- Konsum ist auch nicht Anerkennung, Leistung, Erfolg …
- Konsum ist ebenso wenig Sicherheit, Geborgenheit, Standhaftigkeit, Verläßlichkeit, …
- Konsum überträgt nicht die Eigenschaften der Produkte auf den Besitzer, ein starkes Auto macht den Fahrer nicht stark, ein schöner Anzug macht aus seinem Träger noch keinen schönen Menschen, ein jugendliches Outfit macht nicht wirklich jünger …
Neben der Enttarnung und der Aufklärung über den Ersatzcharakter des Konsums, muss die Augenmerk auf die wirklich sinnvollen Handlungen gelenkt werden.
Menschlichkeit ist in der Familie, bei Freunden und Bekannten, bei allen Kontakten in der jeweils angemessenen Form möglich. Wird dabei etwas verkauft oder gekauft, verdirbt es das Verhältnis ein wenig, weil offenkundig ein wirtschaftliches Interesse im Hintergrund steht und Menschliches möglicherweise nur als Instrument für gute Geschäfte missbraucht wird. Umgekehrt sollte man geschäftliche Beziehungen sachlich, korrekt, freundlich und vor allem mit Anstand pflegen.
Auch wenn die Werbung den Konsum in den Vordergrund drängt, sollten andere Bereiche betont werden. Wichtiger sind
- Produktion
- Lernen
- Kreativität
- Besinnung
- Meditation
- Bewegung
- Nachdenken
- menschlicher Austausch
- Schönheit …
Und dann findet auch der Konsum seinen berechtigten Ort.
Ernährung, Gesundheit, Prävention
Ich habe zuerst durch eines der TED-Talk Videos etwas über calorie restriction erfahren. Dann die üblichen Schnell-Recherchen mit Google, Wikipedia … Dann PubMed als medizinische Datenbank und noch einzelne Studien über ScienceDirect.
Es wurde klar, an der Sache ist etwas dran. Vermutlich bei Weitem nicht so viel, wie einer der Protagonisten der calorie restriction, Roy L. Walford, angab. Walford sprach von einer Verdoppelung der aktiven Lebenspanne und einem Ernährungsstil, der eine Lebenserwartung von 120 Jahren ermöglichen sollte.
Ich denke man wurde, nachdem Walford mit 79 Jahren unglücklicherweise gestorben ist und noch mehr Studien zum Thema vorlagen, nüchterner.
Dennoch, die Tierversuche sind gut reproduzierbar. Bei allen Tierarten, mit Ausnahme der Stubenfliege, funktioniert eine Kalorienreduktion zur Verbesserung der Gesundheit und zur Verlängerung der durchschnittlichen und maximalen Lebenserwartung.
Randomisierte, kontrollierte Studien bei Menschen sind vielversprechend. Die Stoffwechselveränderungen entsprechen denen in Tierversuchen.
Wenn das Ganze auch nur in bescheidenen Maßen gelingt, wäre es ein enormer Durchbruch.
Die Kosten der Kalorienreduktion bei Menschen wären verschwindend. Um eine vollwertige und kalorienreduzierte Ernährung zu erreichen, muss man kaum mehr Geld ausgeben, wird andererseits auch bei den Lebensmittelkosten kaum etwas sparen können, denn was an Quantität gestrichen wird, kann bei der Qualität wiederum hinzugefügt werden. Es werden wohl weniger, aber höherwertige Lebensmittel verbraucht.
Die Krankheitskosten, die wegfallen, könnten allerdings enorm sein. Allein die Kosten durch Übergewicht und dessen Folgen würden eingespart. Dann käme noch die Steigerung der Gesundheit und die Verlängerung der aktiven Lebensspanne hinzu. Das wäre möglich bei einer Kalorienreduzierung von 10% bis ca. 30% unter den Normalbedarf bei Zufuhr aller notwendigen Nährstoffe und unter Vermeidung von Essstörungen und Mangelernährung.
Der gesundheitliche Nutzen für den Einzelnen und die etwaige Verlängerung der Lebensspanne wären unschätzbar. Der mögliche Gewinn für die Volkswirtschaft könnte enorm sein.