Erziehung, Leben, Ökonomie
Die Geburtenrate in fast allen Industrieländern ist viel zu niedrig. In Deutschland liegt sie bei unter 1,4 Kindern pro Frau.
Verschiedene gesellschaftliche und politische Maßnahmen werden diskutiert.
Grundlegender als Einzelmaßnahmen erscheint mir, dass Kinder, und damit auch Familien mit Kindern, mehr politisches Gewicht bekommen.
Das ist in einer Demokratie durch ein Wahlrecht für Kinder möglich. Die Ausübung erfolgt bis zur Volljährigkeit treuhänderisch durch die Erziehungsberechtigten.
Fraktionenübergreifend wurde 2004 von 46 Abgeordneten ein Antrag in den Bundestag eingebracht. Die Initiative wird auch von Ex-Bundespräsident Roman Herzog unterstützt.
Pro Argumente sind:
- die zu niedrige Geburtenrate
- Gesellschaft muss kinderfreundlicher werden
- Politik schiebt Probleme, z.B. die Staatsverschuldung, auf kommende Generationen
- ca. 20% des Volkes hat keinen Einfluss auf die Ausübung der Staatsgewalt
- Überalterung der Gesellschaft
Evolution, Leben, Religion, Wissenschaft
“Als Henoch 65 Jahre alt war, zeugte er den Methusalah … Als Methusalah 187 Jahre alt war, zeugte er den Lamech. Und nachdem Methusalah den Lamech gezeugt, lebte er noch 782 Jahre und zeugte Söhne und Töchter. So betrug Methusalahs ganze Lebenszeit 969 Jahre; dann starb er.“ (1. Mose 5:21ff.)
Aubrey de Grey glaubt, dass ein biblisches Alter von an die 1000 Jahren heute technologisch in den Bereich der Machbarkeit rückt. Ob das dann wirklich im Laufe der nächsten 30 Jahre gelingt, ob Audrey de Grey eher science fiction als science hervorbringt, sei dahingestellt.
Eine gewisse Bedeutung haben Aubrey de Grey und die Methuselah Foundation bereits gewonnen. Das wissenschaftliche Organ der Foundation hat, nach eigenen Angaben, einen beachtlichen Impact Factor von 8.353.
Der wesentliche Einwand gegen das Projekt ist der Selektionsvorteil, den Lebewesen durch sexuelle Fortpflanzung und den Tod der Elterngeneration haben. Dieser Selektionsvorteil würde durch eine längere Lebensspanne und eine niedrigere Reproduktionsrate deutlich schwächer.
Mit der sexuellen Fortpflanzung haben Lebewesen, im Unterschied zu asexuellen Formen, wie der Zellteilung bei Einzellern, den Vorteil, dass das Erbgut der Eltern auf verschiedene Weise neu kombiniert wird. Diese Möglichkeit der Rekombination und der besseren Anpassung und „Höherentwicklung“ von Generation zu Generation ist bei einem Generationszyclus von ca. 30 Jahren bedeutend größer, als bei längeren Generationszyclen von beispielsweise 300 oder 600 Jahren.
Das lässt eine normale Lebensspanne und einen normalen Generationszyklus, gegenüber einem „biblischen Alter“, als vorteilhaft erscheinen, .
Die evolutiosbiologischen Vorteile von sexueller Fortpflanzung, Generationsfolge, Altern und Tod sind auch die lange von der Theologie gesuchte Rechtfertigung Gottes.
Gott wäre bezüglich Altern und Tod entschuldigt. Die Theodizee wäre in diesem Bereich gelungen. Das Paradies wäre hier, in diesem Punkt, wiedergefunden.
_________
Ein Bezug auf Religiöses ermöglicht es Gedanken, Wünsche, Träume aufzugreifen, die eine lange Tradition haben und die Menschen beschäftigen. Zudem ist die Form religiöser Themen oft kunstvoll und über Generationen verfeinert und geschliffen.
kunstwerke ak
Einhörner sind seltene Tiere. Aber manchmal kann man sie doch sehen:

Erziehung, praktische Philosophie
Klavierspielen muss den Kindern Spaß machen. Man kann die Kleinen doch nicht zu einem Instrument zwingen. Kindergarten, Schule, Sport, Freizeit, alles soll unseren Kindern Spaß machen.
Ich denke das ist vollkommen falsch. Kinder und Erwachsene sollten das tun, was richtig ist. Unabhängig davon, ob es gerade Spaß macht oder nicht. Ja gerade die, besonders anfängliche, Überwindung von Widerständen, die Überwindung von Trägheit und Unlust sind in der Erziehung und auch für die Selbstdisziplin das entscheidende Moment. Und wenn dann eine Aufgabe trotz Unlust und Unwillen, trotz anderer Widrigkeiten gemeistert wurde, entsteht Glück. Es ist das Glück auf dem Gipfel eines Berges nach dem beschwerlichen und mühsamen Aufstieg. Es ist die wirkliche Zufriedenheit nach getaner Arbeit.
Jedoch, wenn alles immer Spaß machen muss, dann kann man weder innere noch äußere Widerstände überwinden, dann wird man keine größeren Erfolge erreichen können, denn die kosten Schweiß und Mühen. Man wird sich lediglich im Seichten, Gewohnten und Bequemen aufhalten. Und man wird mit dieser schlappen Spaß-Einstellung letztlich, und hier liegt ein Paradox, weniger Spaß haben, als wenn man lernt, seine Pflicht zu tun, ganz unabhängig davon, ob es Spaß macht oder nicht.