Ökonomie
Wer, wie in Deutschland, die Gehälter von beispielsweise Bankmanagern beschränkt, riskiert deren Abwanderung.
Kapital und Arbeitskräfte suchen nach den günstigsten Bedingungen. Sie sind mobil.
Die Flucht wird durch eine regionale, nationale Verschlechterung motiviert.
Das Gleiche gilt, fast schon verhängnisvoll, für die Auswanderung der geistig befähigten jungen Menschen.
Was bleibt, ist die Notwendigkeit für das, was man haben und halten möchte, günstige Bedingungen zu schaffen, sodass es bleiben kann und will.
praktische Philosophie
Eine mögliche Unterscheidung politischer Konzepte ist ihre individualistische oder kollektivistische Ausrichtung.
Der Liberalismus, in seiner ausgeprägteren Form der Libertarianismus, betont das Individuum. Axiomatisch versucht Murray Rothbard von unveräußerlichen Rechten des Einzelnen ein rationalistisches Gesellschaftsmodell abzuleiten. Hier bildet nur das Individuum die Grundlage.
Demgegenüber stehen kollektivistische Ansätze, in denen die Gemeinschaft betont wird und über den Wert des Einzelnen gestellt ist. Bekannt sind die unrühmlichen Worte, der Einzelne sei nichts, die Gemeinschaft alles.
Ich selbst denke, dass beide Geschmacksrichtungen politischer Theorien übel sind. Sowohl der Individualismus als auch der Kollektivismus sind einseitig, ja unerträglich.
Die Kunst besteht darin, dem Einzelnen und den Gemeinschaften gerecht zu werden. Auf die komplexe Vermittlung zwischen Individuum und Gruppen kommt es an. Der Einzelne und Gruppen von Menschen in den verschiedensten Formen, wie Familie, Arbeitsteam, Ortschaft, Landschaft, Nation, Nationenbündnisse und Menschheit, haben ihre Bedeutung und ihr Recht.
Das erscheint so auch eigentlich selbstverständlich. Nur in der Realität erschrickt man darüber, in welchem Maß die Balance zwischen den Momenten Individuum und Gemeinschaft verletzt wird.
Ein Beispiel ist die gegenwärtige Weltwirtschaftskrise, die durch sozial unverantwortliches Handeln von egoistischen Individuen und ein individualistisches Politik- und Wirtschaftsmodell verursacht wurde.
Umgekehrt sieht man die Verletzung des Individuums und seiner Rechte besonders deutlich in totalitären Staaten und Gemeinschaften, die es auch heute in zahllosen Formen gibt.
Erziehung, Evolution, Gesundheit, Leben
Was uns nicht umbringt, würde härter und stärker machen. Ja und nein. Es kommt auf den Grad der Belastung an.
Die Trainingslehre untersucht das wissenschaftlich. Übertrainiert wird der Sportler nicht stärker, sondern schwächer.
Vielleicht langweilig, aber bei der Hormesis, dem sich Feien gegen Widrigkeiten, entscheidet das rechte Mass.
Leben, praktische Philosophie, Wissenschaft
Eine trockene, nüchterne Stimmung erleichtert den realistischen Blick auf Menschen, Dinge, auf sich selbst und die Zeit.
Auch nur leichte Überspanntheiten, Euphorie, Depression verfälschen und ziehen Fehler nach sich.
Beständig, fleißig, sachlich und gründlich, sozusagen wissenschaftlich eingestellt, scheint die Realität am klarsten, Irrtümer am unwahrscheinlichsten.