verkleideter drache
verkleideter drache, kann feuer speien:

verkleideter drache, kann feuer speien:

Ein häufiger Topos der Rechtfertigung von Religion, genauer des katholischen Christentums, ist die Begründung von Moral.
Bemüht man allerdings dieses Argument, wird die Frage folgen, wie gut der Katholizismus diese Sache macht und weiter, wenn die Grundlegung von gutem Verhalten die Notwendigkeit der Religion erweist, dann wird konsequent nach der Religion auf dem Jahrmarkt der Möglichkeiten gesucht, die die Sache am besten kann.
Oder geht es ohne das Transzendente, kann Moral, und weiter Recht, begründet werden ohne Rekurs auf jenseits der Erfahrung liegende Horizonte?
Und dann fragt sich, wie ist der Effekt? Was bringt in der Tat gutes Handeln hervor? Aber zu dieser Frage gehört das Kriterium, was ist überhaupt gut? Und besonders interessant erscheint die Partei, für die etwas gut ist. Hierin differiert die Unterscheidung Nietzsches von Herren- und Sklavenmoral.
Das Anfangen unangenehmer Aufgaben ist das Schwerste. Wenn es erst einmal läuft, sind die Schwierigkeiten geringer.
Das Vorsichherschieben des Anfangs ist ein Problem. Wie kann man es lösen?
Ganz einfach, man nimmt sich extrem leichte Dinge für den Anfang vor. Wirklich ganz leichte Dinge. Die schweren Teile hebt man sich für später, wenn man sich schon warm gearbeitet hat, auf.
Also, die erste Hürde ganz, ganz niedrig legen, wirklich niedrig, nur einen Hauch über den Boden, so, dass man ohne die geringste Mühe den ersten Schritt tun kann. Der Rest läuft dann (fast) von alleine.
Spiritualität erscheint in Graden und Qualitäten.
Literatur kann mehr oder weniger spirituelle Inhalte haben, sie kann als spirituelle Literatur zum Besten zählen, wie Homer oder die Bibel oder literarische spirituelle Ergüsse können der größte Mist sein.
Spiritualität findet sich auch in unerwarteten Genres, wie naturwissenschaftlichen oder mathematischen Arbeiten.
Es erscheint wie im Leben, so auch in den Darstellungen, in den Zeichensystemen, Spiritualität nicht als Schwarz-Weiß-Kontrast. Es sind nicht einmal verschiedene Grauabstufungen. Die Metapher der Grautöne benutzt beispielsweise Bleuler, wenn er schreibt, dass zwischen Wahnsinn und Gesundheit nur Grauabstufungen vorkommen, nicht, oder nur sehr selten gäbe es reines Weiß oder Schwarz.
In der Metapher der elektromagnetischen Wellen gesprochen, leuchtet Spiritualität in allen Farben des Spektrums und darüber hinaus auch als Bereich von nicht sichtbaren Strahlen, infrarot und sozusagen ultraviolett. Diese Strahlung zeigt sich mal stärker, mal schwächer, im Leben und in den darstellenden Hervorbringungen der Menschen in Wissenschaft, Religion und nicht zuletzt in der Kunst.
Darüber hinaus wird die geistige Überschreitung des Verstandes als Spiritualität in der Alltagserfahrung bezeichnet als Intuition, als Gefühl, als Ahnung und Anmutung. Die Grenzen zur Rationalität sind fließend und so geht die Rede über die Aufklärung als Prozess, die Dämmerung oder die Morgenröte.
Als „Vertikalspannung“ bezeichnet Peter Sloterdijk die Rangunterschiede zwischen Menschen. Diese werden durch Übung, durch Training vergrößert oder auch verringert, jedenfalls führt Training nach oben und der Gemeinplatz sagt, Übung macht den Meister.
In seiner Abhandlung „Du mußt dein Leben ändern – Über Anthropotechnik„ lässt Sloterdijk jedoch Wesentliches außer Acht. Einmal ist nicht alles eine Sache des Trainings, das Erbe, ob genetisch, kulturell und allgemein die vorgefundenen Bedingungen sind durch Training wenig zu beeinflussen.
Eine weitere Auslassung ist das Training in sozialen Bezügen. Sloterdijk referenziert Übung in seinem Buch auf den Einzelnen. Interessanter ist aber die Übung als soziale Interaktion. Das beginnt mit der Familie, in der Kindergartengruppe, in der Schule, in der Sprachgemeinschaft, in der religiösen Gemeinde, im Sportverein bis hin zum Internet als virtueller Weltgemeinde.
Eine Aporie, die erwähnt werden müsste, ist die Blindheit der Evolution, gemäß der herrschenden Theorie. Man kann zwar mit Nietzsche behaupten, dass die Schwachen, Kranken, die Zukurzgekommenen, die minderwertigen Herdenmenschen und ihre Führer sich durchgesetzt haben. Aber nach dem Prinzip der Selektion sind dann auch die Schwachen, wenn sie sich durchgesetzt, erhalten und vermehrt haben, die Starken. Und vermeindlich starke Menschen, die in der Selektion untergehen, sind nach diesem Kriterium eben nicht stark, sondern schwach.