verloren

Verluste gibt es in der gegenwärtigen Weltwirtschaftskrise zuhauf.

Aber geht das Geld wirklich verloren, oder gehen materielle Reichtümer verloren, so wie man einen Schlüssel oder einen Handschuh verliert?

Wohl kaum, denn es wurde weder materieller Reichtum wie in einem Krieg oder in einer Naturkatastrophe vernichtet, noch wurde Papiergeld verbrannt, noch wurden Kontenstände einfach gelöscht.

Ich fürchte vielmehr es fand und findet eine Umverteilung in gigantischem Massstab statt. Und die Gewinner dieser Umverteilung bleiben anonym. Die Verlierer sind die meisten Menschen. Anlass dieser Umverteilung sind m. E. die hohen Kriegskosten der USA.

früher

Dem konservativen, im Grunde reaktionären „früher war alles besser“ gebe man zu bedenken, dass von Generation zu Generation die Menschen intelligenter werden. Das mag sich in den allerletzten Jahren etwas abschwächen. Der Effekt wurde von dem neuseeländischen Politologen James R. Flynn beschrieben.

Es drängt sich manchmal bei der Rede von der guten alten Zeit der Verdacht auf, dass lediglich der Redner damals besser in Schuss war und heute einige Zeichen von Verfall am eigenen Körper und Geist zeigt.

widerstand

„Being a lover of freedom, when the revolution came in Germany, I looked to the universities to defend it, knowing that they had always boasted of their devotion to the cause of truth; but, no, the universities immediately were silenced. Then I looked to the great editors of the newspapers whose flaming editorials in days gone by had proclaimed their love of freedom; but they, like the universities, were silenced in a few short weeks. …
Only the Church stood squarely across the path of Hitler’s campaign for suppressing truth. I never had any special interest in the Church before, but now I feel a great affection and admiration because the Church alone has had the courage and persistence to stand for intellectual truth and moral freedom. I am forced thus to confess that what I once despised I now praise unreservedly.“
[Albert Einstein, TIME, 23 September 1940]

Das bedingungslose Festhalten an Überzeugungen, an Glaubenswahrheiten, zeichnet gerade den konservativen, traditionsorientierten Katholizismus aus. 

Demgegenüber ist die Wissenschaft bereit, Überzeugungen aufzugeben, Theorien zu ändern und Anschauungen zu verwerfen. Das ist eine Stärke in der Weiterentwicklung des Wissens, kann aber auch eine Schwäche sein, wenn der Meinungsumschwung, vielleicht sogar unbewusst, auf politischen Druck hin erfolgt. Dann ist es nicht die objektive Forschung nach der Wahrheit, die den Wechsel der Auffassung bringt, sondern man legt sich die „Wahrheit“ so zurecht, wie man sie haben möchte oder auf äußeren Druck hin zurechtbiegen muss. Die Sophisten waren die ersten überlieferten Meister hierin.

Aber man muss auch sehen, dass Einsteins zitierte Auffassung ohne historischen Abstand geäußert wurde. Es gab in der Wissenschaft, in der Presse Widerstand und es gab auch in den christlichen Kirchen Mitläufer des Regimes.