zeit

Zeit hat nur eine Richtung. Wir können nur beständig in die Zukunft gehen.

Im Raum können wir uns vor und zurück bewegen, dagegen erlaubt die Zeit lediglich ein nach vorne, ein wieder zurück ist uns verwehrt.

Unsere Lebenswelt hat aber auch die Kontinuität von beidem, Raum und Zeit. „Sprünge“, das Auslassen bestimmter Intervalle, sind uns im Raum, wie in der Zeit nicht möglich. Lediglich unser bewusstes Erleben kann Auslassungen, Fehlstellen in der Raum- und Zeiterfahrung haben. Wir können schlafen, bewusstlos sein oder „black outs“ haben. Dennoch vergeht auch in diesen unbewußten Zeitabschnitten die Zeit und die Spuren davon sind fassbar. Zum Beispiel ist man nach 5 Jahren im Koma nicht nur um 5 Jahre älter, sondern auch durch die lange Inaktivität gezeichnet.

Staunen kann man, wie die Zeit verläuft und besonders kann man bisweilen oder auch häufig darüber erschrecken, dass Nichts wirklich rückgängig zu machen ist. Nichts ist zeitlich umkehrbar, Nichts kann ungeschehen gemacht werden.

Hier liegt auch der Grund zum Verständnis von Freiheit. Freiheit kann, bedingt durch unser Leben in der Zeit, nicht ein wirkliches Erfahren verschiedener Möglichkeiten sein. Lediglich in unserer geistigen Vorstellung über unsere zukünftigen Möglichkeiten können wir abwägen und frei entscheiden. Diese Wahl zwischen antizipierten Handlungen wird dann besonders als freie Entscheidung empfunden und somit als Freiheit, wenn wir unseren eigenen Wünschen, Bedürfnissen und Neigungen in möglichst großem Umfange Rechnung tragen können.

korruption

Korruption ist teuer. So wird nicht das Angebot genommen, das von der Sache her am besten ist, sondern ein Anbieter bekommt den Zuschlag, der eine schlechtere Leistung durch Bestechung kompensiert.

Das Gleiche gilt für Ämterpatronage. Hier wird ein schlechter qualifizierter Bewerber den Besseren vorgezogen, weil er mehr „Vitamin B“ hat.

Den Nachteil bei Korruption, Nepotismus usw. haben vor allem die, die für eine schlechtere Leistung mehr zahlen. Für den Steuerzahler ist das besonders ärgerlich. Er wird über die Verwendung der Steuergelder kaum informiert und seine Möglichkeiten Korruption, Parteienklüngel und Ämterpatronage aufzudecken, sind gering. Wenn einmal etwas an die Öffenlichkeit gerät, sind die Möglichkeiten der Bestrafung schwach und unsicher.

christkind

Jesus von Nazaret war zum Zeitpunkt seiner Geburt selbstverständlich nicht Christ, sondern Jude. Die Rede vom Christkind kann hier naiv zu Missverständnissen führen. Nach einem Zeugnis des Neuen Testaments hat Jesus die strenge Einhaltung des jüdischen Glaubens gefordert.

Meint nicht, daß ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Denn wahrlich, ich sage euch: Bis der Himmel und die Erde vergehen, soll auch nicht ein Jota oder ein Strichlein von dem Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist.
Wer nun eins dieser geringsten Gebote auflöst und so die Menschen lehrt, wird der Geringste heißen im Reich der Himmel; wer sie aber tut und lehrt, dieser wird groß heißen im Reich der Himmel. [Mt5]

Und:

Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.
Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
Aber er antwortete und sprach: Es ist nicht recht, dass man den Kindern ihr Brot nehme und werfe es vor die Hunde. [Mt15]

Die Israeliten empfanden sich als Kinder Gottes. Die unschöne Bezeichnung „Hunde“ (τὰ κυνάρια) für andere Volksstämme und Religionen wird bei Matthäus verwandt.

Das Gefühl der jüdischen Stammes- und Religionszugehörigkeit bei Jesus von Nazareth wird selbst in den christlichen Hauptüberlieferungen deutlich.

Das Schicksal des Sohnes Gottes, sein Wirken brachte dann etwas Neues hervor, das das Judentum so weit veränderte, dass eine neue Religion entstand, das Christentum.