relativismus

Der Pabst, Benedikt der XVI., hat das Gleichgeltenlassen der Religionen, den Pluralismus der Vorstellungen und Kulturen als ein Grundproblem der Religion und des menschlichen Lebens in der Gegenward bezeichnet.

Die Informationsmöglichkeiten durch persönliche Begegnungen, durch Reisen und Migration, sind gewachsen und digital hängt das Wissen der Welt, zumindest zu einem beachtlichen Teil, an unseren „fingertips“.

Die Schwierigkeit, die Aporie, liegt darin, dass man einerseits im Namen der Toleranz, der Neutralität, der Konfliktvermeidung, der Gleichberechtigung alles  gelten lassen will und muss. Andererseits behauptet aber jede einzelne religiöse Richtung den alleinigen Anspruch auf die volle Wahrheit. Alle anderen Auffassungen sind mindestens weniger richtig, wenn nicht vollkommen falsch.

Die Lösung dieser Aporie liegt darin, dass alle Religionen semiotische Systeme sind. Sie gründen sich auf Texte, auf Riten und Zeichen, auf verschiedene Praktiken, die Bedeutung haben und zeichenhaft sind.

Wenn man nun als die letztgültige Religion unser Leben im Universum als Gesamtes nimmt, so hebt man die Schwierigkeit des Relativismus auf. Alle religiösen Zeichensysteme sind dann Teilmengen der wahren Religion, die sich ja über alle Zeichensysteme hinaus auch auf das Bezeichenete erstreckt und auf alles das, was nicht durch menschliche Zeichen erfasst wird. Diese „blackbox“ des Unbezeichneten, des bezeichenten Unbezeichneten, dürfte das Allermeiste sein.

wirklich

Über die Wirklichkeit äußern sich die Menschen durch Zeichen und Sprachen. Diese Zeichen beziehen sich auf reale und weniger reale Sachen.

Das reicht von den menschheits- und individualgeschichtlichen Anfängen des Sprechens bis zur höheren Mathematik und den Sprachen der Natur-, Gesellschafts- und Geisteswissenschaften.

Diese Zeichensysteme mit ihrem Bezug auf die Realität sind selbst wiederum ein Teil der Wirklichkeit.

Ein Dualismus, oder wie Popper vorschlägt, eine Teilung in drei Welten, erscheint nicht nötig. Es geht einfacher durch eine einzige Realität zu der Sprachen, Zeichen und auch Bewusstsein dazugehören. 

Das Absolute ist dann nicht so sehr und vorwiegend durch die Rede davon gegeben, sondern durch die gesamte Wirklichkeit zu der diese unterschiedlichen Reden vom Absoluten, vom Ganzen in den verschiedenen Religionen, Weltanschauungen und Wissenschaften selbst als winzige Teilmengen gehören.

Wer sich darüber ins Klare setzt wird bescheiden, tolerant und skeptisch.