erklären

Das Alles glauben erklären zu können, der naive Naturalismus, der nur die von ihm für innerweltlich gehaltenen Explikationen anerkennt, wird sich verwundert die Augen reiben im Angesicht des Geheimnisvollen, des Übermächtigen der Naturwissenschaften.

In den weit von unseren Lebenswelten entfernten Räumen dieser Theorien begegnet das Ganz Andere, nicht nur als nebelhafte Vorstellung von etwas jenseits unseren Alltagshorizontes, sondern das Ganz Andere ist exakt, beschreibt seine Folgen, bestimmt was unter der Annahme des jeweiligen Modelles messbar sein sollte und macht Voraussagen, die, wenn sie nicht zutreffen, das Modell in den Papierkorb wandern lassen, weil es unbrauchbar ist.

Ich kann mir nicht helfen, aber die Wissenschaften haben mindestens so viele religiöse Momente, wie die heilige katholische Kirche.

wahl

Wilfried Fritz Pareto, oder italienisch, Vilfredo Pareto, interpretierte die Geschichte der Menschen als Wechsel der herrschenden Eliten, als Fiedhof der führenden Gruppen.

Möchte man wirklich die Besten, die eigentliche Aristokratie, an der Spitze einer Gesellschaft wissen, so darf diese Elite nicht selbst ernannt sein und die Macht usurpieren, sondern sie muss sich bei Wahlen anderen konkurrierenden Eliten stellen. Und auch nach den Wahlen darf der Wettbewerb um die besten Lösungen nicht enden, vielmehr muss er fair und frei ausgetragen werden können. Das zeigt, dass wirkliche Demokratie eine notwendige, wenn auch nicht hinreichende Bedingung dafür ist, dass die Besten herrschen und zwar kontrolliert, auf Zeit und der freien Konkurrenz ausgesetzt.

Wer dagegen, wie in einer Diktatur, die Opposition ausschaltet, zeigt Schwäche, traut sich nicht zu, im fairen Kampf zu siegen.

stundengebet

Nicht dass ich selbst das Stundengebet einhalten würde, dazu bin ich zu ungläubig, zu sehr Agnostiker. Aber die Ordnung beeindruckt mich und ich finde sie  gut.

Wie alle strengen Formen nämlich, die der Bequemlichkeit entgegenstehen, ordnet das Stundengebet den Tag und steigert die Kräfte der Menschen.
Es soll ordnen und ausrichten jedoch nicht zu viel Zeit und Kraft absorbieren.
Hier gilt es, das rechte Maß zu finden, zwischen einem zu wenig an Ritus, an Ordnung und religiöser Disziplin und andererseits einer Übertreibung der (frommen) Praxis, bei der andere Lebensäußerungen zu kurz kommen.
Mathematisch ausgedrückt ist das ein Optimierungsproblem.
Wird zu wenig gebetet, kann diese Laxheit auch sonst zu Faulheit, Schlendrian und Unordnung führen. Betet man dagegen zu viel, führt das in ähnlicher Weise zu einer Vernachlässigung wichtiger Dinge, wie der Erwerbsarbeit, dem Austausch mit Menschen und hier besonders der Familie. Aber auch die Zeit für Sport, Lesen, Musik, Schreiben usw. wird durch zu viel Beten unmäßig verkürzt.

kirchenkunst

Die religiöse Kunst zeigt wie es heute um das Christentum steht. Die religiöse Kunst ist größtenteils keine, sie ist Verfallsform, weit entfernt von der gothischen Kathedrale und den Fresken Michelangelos.
Heute findet kirchliche Kunst als ein Nachäffen moderner Strömungen und Stilrichtungen statt oder nur noch als Kitsch.
Der im Grunde fehlende wirkliche Glaube tritt in Erscheinung als Stümperei im Ästhetischen, als fehlende geistige Durchdringung, als handwerklicher Mangel und als schlichte Geschmacklosigkeit.

geschert

Das Rasieren, das Scheren war früher Zeichen der „Häuslinge“, die ihr Leben in Abhängigkeit auf einem Bauernhof verbringen mussten und nicht heiraten durften.

Bei mir selbst erzeugt die Rasur ein Wundsein der Haut. Auch der Haarschnitt führt meist zu einer leichten Erkältung, woran man sieht, dass Haare schützen, nicht nur vor Kälte, auch vor Hitze, man bedenke die Gefahr starker Sonneneinstrahlung für einen Glatzkopf. Haare schützen auch vor Wind, Feuchtigkeit und kleinen Verletzungen.

Also, warum sollte man wie ein Gescherter herumlaufen? Der frei Mann trug zumindest früher langes Haar und einen Bart.

Und nicht zuletzt haben wir im christlich geprägten Abendland ein Bild des Erlösers, das selten ohne Bart und langes Haupthaar ist.