Ökonomie
Die Tragödie der Allmende, der Kolchose, des Kibutz zeigt die Schwierigkeit dem Gemeinwohl zu dienen. Wenn Gemeinwohl und Eigenwohl konkurrieren, erhält das Eigenwohl den Vorrang und es machen sich Trittbrettfahrer breit.
Es könnte allerdings ein „Eigennutz höherer Ordnung“ entstehen, wenn gezeigt werden kann und auch fühlbar gemacht wird, dass bedingungslose, nicht berechnende Arbeit am Gemeinwohl auch dem Eigenwohl mehr dient, als der direkte Egoismus. Es handelt sich hier um eine „intentio obliqua“ (Aristoteles). Und mir scheint in der Tat, dass das Bestreben wirklich für die Gemeinschaft zu handeln auch für das Individuum mehr Vorteile bringt, als der universale Egoismus und das gegenseitige Belauern und Übervorteilen.
Ein Problem dabei ist egoistische Ausbeutung des Gemeineigentums, der Allmende, durch Trittbrettfahrer.
Die Tragik der Allmende ist ebenso die Tragik der Umwelt, die wie die Allmende, allen gemeinsam zu gehören scheint.
praktische Philosophie
Eine Aporie des Werbens zeigt sich bei der Bemühung um Fortpflanzungspartner, wie um Kunden. Wer sich desinteressiert gibt, aber dennoch im Bewußtsein verankert bleibt, lenkt mehr Interesse auf sich, als der allzu Bemühte.
Ist die Ware vorzüglich, muss man sich um den Absatz nicht sorgen.
Der springende Punkt liegt in der intentio obliqua. Eine möglichst feste und positive Verankerung im Bewußtsein ist nötig und zugleich ein glaubhaft demonstriertes Desinteresse. Da Verstellungen allerdings häufig durchschaut werden und die Menschen für diese ein feines Sensorium entwickelt haben, ist es möglicherweise am wirksamsten, wenn die Gleichgültigkeit nicht gespielt sondern tatsächlich vorhanden ist.
Dann allerdings wird es mit der Verankerung im Bewußtsein schwierig, denn wer echte Gleichgültigkeit besitzt, wird sich auch um eine Infiltration der Vorstellungswelt seiner möglichen Partner keine Gedanken machen. Aber hier spielt dann zuweilen einfach die schicksalhafte Fügung ihr Spiel.
Religion
Die Priester bestimmen zu allererst die Pflichten der Anderen, ihnen zu dienen, sie zu ernähren, natürlich mit dem Besten, was die Wirtschaft der restlichen Bevölkerung herzustellen vermag.
Aber nach Jahrtausenden der Unterjochung dünnt der Klerus aus. Und die Ströme wirtschaftlicher Mittel, die von anderen erarbeitet wurden, werden schwächer.
Vermutlich merkt das gemeine Volk, dass es ohne eine Priesterkaste, die es durchfüttern muss, besser lebt.
Und auch bei Menschen, wie dem Apostel Paulus, die priesterliche Aufgaben erfüllen, findet man den Stolz, selbst für den eigenen wirtschaftlichen Unterhalt durch Erwerbsarbeit zu sorgen.
Ein christliches Priestertum, das sich in dieser Hinsicht Paulus zum Vorbild nehmen würde, verdiente noch mehr Respekt, wäre überzeugender.
praktische Philosophie
Es genüge, Voltaire zufolge, nicht zu schreien, man müsse auch Unrecht haben. Das Zitat wurde dem homorlosen Ehepaar Heidegger von Günther Anders vorgesetzt als Revanche für ein bescheidenes Abendessen.
Im Gleichen sei es nicht genug zu murmeln, man müsse auch Recht behalten.
Und Letztlich, so sei hinzugefügt, müsse man die Wahrheit sehr versteckt und auf nicht nachvollziehbaren Umwegen in die Welt bringen, um der Vernichtung zu entgehen durch die, denen die Wahrheit schon immer geschadet hat.
kunst, Leben
Ästhetik ist ein wesenliches Kriterium.
Nicht nur Wahrheit, Moral, Erfolg sind bedeutend. Im konkreten Leben frage ich mich sehr oft, ist es ästhetisch und meine damit nicht einfach schön, sondern, ob die Erscheinung sinnlich gefällt, ob sie interessant ist, anregend, die gewohnte Sichtweise ändert …