Erziehung, Leben, Ökonomie, praktische Philosophie
Die Mitteilung wichtiger Ding muss so verständlich wie möglich sein.
Wenn es beispielsweise um so entscheidende Probleme wie die katastrophal niedrigen Geburtenraten in den entwickelten Industrieländern geht, sollte so verständlich und übersichtlich wie möglich argumentiert werden.
Was fördert das Verständnis?
- eine klare, übersichtliche und folgerichtige Gliederung des Textes
- aussagekräftige Überschriften
- bildhafte Darstellungen
- ein abwechslungsreicher, verständlicher, einprägsamer Sprachstil
- der Einsatz von Stielmitteln, wie Vergleiche, Bilder, Wiederholungen …, wenn sie dem Verständnis dienen
- Fremdwörter und Fachsprache vermeiden und wenn unvermeidlich, sofort erklären
- zuverlässige, klare, vollständige Angabe von Quellen, um die Überprüfbarkeit und Vertrauenswürdigkeit herzustellen
- Zusammenfassungen am Anfang, die dem Leser ermöglichen, zu entscheiden, ob der Inhalt ihn interessiert
Religion
Übung (=Askese) ist notwendig, wenn etwas nicht von alleine geht. Die Askese, auch die des Christentums, kann sein,
- eine Gleichgültigkeit gegen weltliche Güter,
- ein Vergessen der Leidenschaften und
- eine Verstärkung des spirituellen Lebens.
Der Papst nimmt als Beispiel den Heiligen Johannes Klimakos, der, in seinem Werk über die Treppe in das Reich Gottes, jene Momente beschreiben soll („Klimax tu paradeiso„).
Leben, Ökonomie
Um ein bestimmtes, erstrebtes Bild vor sich selbst und anderen zu erzeugen, wird manches erworben. Haus, Auto, Jacht, Jagd …
Der Konsum hat hier Zeichencharakter, er ist semiotisch. Es geht nicht allein um den Gebrauch der Sachen, auch wenn deren Hinweischarakter auf die gewünschten Merkmale wie Erfolg, Reichtum, Modernität, Tradition usw. hinterfragt, in Abrede gestellt würde.
Evolution, praktische Philosophie, Wissenschaft
Brems Tierleben hat man das vorgeworfen. Xenophanes kritisiert es an der mit ihm zeitgenössischen griechischen Theologie.
Aber auch in unverdächtigen heutigen naturwissenschaftlichen Betrachtungen kommt der Anthorpomorphismus vor und zeigt bedenkliche Wirkungen.
Richard Dawkins schreibt vom egoistischen Gen und bildet dadurch, bewußt oder nicht, eine ideologische Grundlage assozialen und übertrieben kompetitiven Verhaltens. Dass Joachim Bauer mit seiner These vom „kooperativen Gen“ die Sache zum Guten, Gemeinschaftfördernden wenden will, mach das Ganze nur bedingt besser.
Wichtig ist eine Verwirrung der Begriffsebenen zu vermeiden und jeden Bereich angemessen und sachlich zu diskutieren. Moralisch Termini haben in der Genetik nichts zu suchen und umgekehrt sind wir weit davon entfernt aus der Genetik soziale Erscheinungen ableiten zu können. Wir kennen mit den Basensequenzen einiger Genome zunächst nur vergleichsweise die Buchstaben einer Sprache, können wenige Wörter lesen und sind von Sätzen meist noch weit entfernt und noch weiter entfernt von einem umfassenden Textverständnis.
Evolution, Wissenschaft
Selektion setzt voraus, dass es mehrere Einheiten gibt, aus denen einige ausgewählt werden und andere übrig bleiben, das heißt nicht ausgewählt werden.
Wenn es nur eine Einheit gibt, kann nicht von Selektion gesprochen werden.
Was bedeutet nun die Auswahl? Allgemein kann darunter ein Zustand oder Prozess verstanden werden, in dem sich ein wesentlicher Unterschied zu den nicht ausgewählten Einheiten zeigt.
Bei Ideen, die unter der Summe aller entwickelten Ideen als populär ausgewählt werden, ist dieser Zustand ihre Popularität.
Bei Lebewesen ist es die Vermehrung durch asexuelle oder sexuelle Fortpflanzung.
Bei Theorien ist es deren Akzeptanz und Verbreitung.
Stephen Wolfram schlägt vor, auch für das gesuchte fundamentale Modell des Universums eine Auswahl aus einer großen Anzahl möglicher Prinzipien zu treffen:
„And as a result, my guess is that the only realistic way to find the rule in the first place will be to start from some very straightforward representation, and then just to search through large numbers of possible rules in this representation.
Presumably the vast majority of rules will lead to utterly unworkable universes, in which there is for example no reasonable notion of space or no reasonable notion of time.
But my guess is that among appropriate classes of rules there will actually be quite a large number that lead to universes which share at least some features with our own. Much as the same laws of continuum fluid mechanics can emerge in systems with different underlying rules for molecular interactions, so also I suspect that properties such as the existence of seemingly continuous space, as well as certain features of gravitation and quantum mechanics, will emerge with many different possible underlying rules for the universe.“ [Wolfram, Steven (2002). A New Kind of Science. Wolfram Media. 468 f.]