negativ

Burrhus Frederic Skinner, der bekannteste us-amerikanische Vertreter des Behaviorismus, hat es klar formuliert. Bestrafung, Kritik und alle negativen Reaktionen sind selbst nachteilig. Der Kritisierte wird eher nicht sein Verhalten ändern. Einmal hat das bisherige Verhalten ihm offenbar gegenüber Alternativen Vorteile gebracht. Zudem ist eine Änderung von Verhaltensmustern mit einer erhöhten Anstrengung verbunden.

Bestrafung führt dazu, dass nicht die bestrafte Handlung vermieden wird, sondern der Bestrafer. So meidet der Dieb nicht den Diebstahl, sondern die Polizei, und das Kind, das Schokolade nascht, meidet nicht die Schokolade, sondern verbirgt das Naschen vor der Mutter. Verbotenes wird verheimlicht. Noch ein Beispiel: der Steuerhinterzieher meidet nicht die Steuerhinterziehung, sondern das Finanzamt und die Steuerverhandung.

Neben der fehlenden Wirksamkeit ist das Meckern, Nörgeln, Kritisieren, Verbessern usw. auch gegen den guten Geschmack. Kritik, Beschwerden, Zurechtweisungen, Schuldzuweisungen etc. passen zu einem grantigen Hausmeister, einem Concierge, ein wirklicher Herr, ein Gentleman sollte sie meiden.

bevölkerungspolitik

Der Focus titelt:

Trotz Elterngeld weniger Geburten in Deutschland … Die CDU-Politikerin von der Leyen zeigte sich überrascht über den so starken Rückgang trotz des Elterngeldes … [+]

So sinnvoll zunächst einzelne Maßnahmen erscheinen, so wenig bewirken sie tatsächlich.

Und Frau von der Leyen wird sich nicht ernsthaft mit der Wirtschaft anlegen.

Die Wirtschaftsverbände wollen hochqualifizierte Frauen als „Humankapital“ auf dem Arbeitsmarkt. Die Frauen sollen im Wettbewerb untereinander und mit ihren männlichen Konkurrenten stehen. Wenn das Angebot an gut ausgebildeten Arbeitskräften durch die Frauen steigt, sinkt der Preis dieser Arbeit. Bei steigendem Angebot sinkt der Preis, das alte Spiel. Bei sinkendem Preis der Arbeitskräfte steigt der Gewinn des Kapitals.

Da Frauen ihre Karriere gerade in jungen Jahren betreiben müssen, damit sie nicht hoffnungslos von ihren männlichen Mitbewerbern überrundet werden, wird der Kinderwunsch aufgegeben oder so lange verschoben bis es (fast) zu spät ist.

So wird die Fortpflanzung gerade der hoch qualifizierten und intelligenten Frauen auf dem Altar der Profitrate geopfert. Der Molloch, besonders des alles beherrschenden Finanzkapitals, verschlingt unseren (ungeborenen) zahlreichen, bildungsnahen und intelligenten Nachwuchs.

Und was bleibt einem Land wie Deutschland noch, wenn ihm seine zahlreiche, kluge, gesunde, leistungsfähige und leistungsbereite Jugend fehlt? Und die wird fehlen, weil sie nicht geboren wird.

Zwei Probleme bestehen also:

  1. die viel zu niedrige durchschnittliche Geburtenrate von 1,3 bis höchstens 1,4 Kindern pro Frau und
  2. die noch viel geringere Geburtenrate bei Akademikerinnen, bei gleichzeitig überdurchschnittlich hoher Kinderzahl in der Unterschicht

Das führt

  1. zu einem Rückgang der Bevölkerung und
  2. zu einer im Durchschnitt weniger begabten und schlechter qualifizierten Bevölkerung.

Zunächst muss das Problem der schrumpfenden und zunehmend weniger intelligenten Bevölkerung klar benannt werden.

Zur Lösungen wird man weit umfangreichere Maßnahmen benötigen, als das „Elterngeld“.

Vorstellbar wären:

  • Kinderwahlrecht, treuhänderisch ausgeübt durch die Eltern. Das würde kinderreichen Familien mehr demokratisches Gewicht geben und einen Gegenpol bilden zur „Rentnerrepublik“.
  • Bezahlung der Haus- und Erziehungsarbeit aus Steuermitteln. Die Höhe sollte abhängen von dem zu erwartenden Gehalt, das die Frau oder der Mann im Berufsleben verdienen würden. Außerdem sollte die Höhe des Erziehungsgeldes der Anzahl der Kinder angemessen sein, sodass der, der mehr Kinder großzieht, auch besser dafür bezahlt wird. Diese Haus- und Kinderarbeit sollte bezahlt werden bis zur Volljährigkeit der Kinder. Die, die keine Kinder aufziehen, oder nur eines, sollten gegenüber den kinderreichen Familien steuerlich entsprechend höher belastet werden.
  • Frühe, großzügige Förderung von Eheschließung und zahlreichem Nachwuchs bei Studenten
  • Reduktion der Steuerlast einer Familie um 10 % pro Kind
  • nicht nur eine familien- und kinderfreundliche „Stimmung“ und Moral, sondern viele, konkrete, durchdachte Maßnahmen in diese Richtung
  • Stärkung bewährter Traditionen, die früher erfolgreich zu kinderreichen Familien geführt haben

In der Frage der schrumpfenden und zunehmend miderbegabten Bevölkerung muss geklotzt und nicht gekleckert werden.

Das gebietet das Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland, das dem Wohle des deutschen Volkes verpflichtet ist. Eine Verpflichtung auf eine möglichst hohe Profitrate des Kapitals besteht dagegen laut Grundgesetz nicht.

Und wer immer wieder gerne John Maynard Keynes zitiert mit dem Satz, „in the long run we are all dead“, sollte zwei Dinge bedenken:

  1. Für den Einzelnen ist dieser Satz richtig.
  2. Für unsere Kinder und Kindeskinder usw. ist er falsch. Die Kinder und ihre Kinder, und so fort, sind auf lange Sicht nicht tod, sondern lebendig.

Damit das so kommen wird, müssen wir entschlossen und nicht halbherzig handeln.

sport

So segensreich der Breitensport, der Sport für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und besonders auch für ältere und sogar alte Menschen ist, so schädlich ist der Hochleistungs- und Profisport.

Und das aus vier Gründen:

  • Hochleistungssport ist ungesund. Die Sportler ruinieren häufig ihren Körper u.a. durch Verletzungen und Doping, aber auch durch Überlastung.
  • Die geistige Entwicklung kommt zu kurz. Intellektuell bleiben die Spitzensportler weit unter ihren Möglichkeiten, da ihnen für das geistige „Training“ die Zeit und die Kraft fehlen.
  • Die Vorbereitung einer beruflichen Karriere für der Zeit nach der sportlichen Laufbahn wird vernachlässigt.
  • Der Gebrauch des Profisports zum Sportkonsum vor dem Fernseher und die Verquickung mit der Werbeindustrie sind unschön.

Also:

  1. Breitensport ist zu fördern, durchaus auch leistungsorientiert, aber immer nur als „Nebensache“, immer nur von echten Amateuren ausgeübt.
  2. Hochleistungssport ist entschieden, aus den oben angeführten Gründen, abzulehnen.

urchristen

Am Anfang war das Christentum eine innerjüdische Bewegung. Jesus wurde als der jüdische Messias gesehen.

Die jüdischen Gesetze wurden befolgt. Die jerusalemer Urgemeinde besuchte vorschriftsgemäß den Tempel (Apg 2,46; 3,1), brachte Tempelopfer dar (Apg 21,26), hielt den Schabbat ein, befolgte die jüdischen Speisegesetze und führte die Beschneidung durch (Apg 10,14; 15,20f).

Die Urchristen bildeten eine besondere Gruppe innerhalb des Judentums. Sie standen nicht außerhalb der jüdischen Religion und Kultur. Vielmehr sahen sie sich als Erfüllung der religiösen Tradition Israels.

Demgemäß schreibt Matthäus 5,17ff:

Vom Gesetz und von den Propheten
17 Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben. Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen. 18 Amen, das sage ich euch: Bis Himmel und Erde vergehen, wird auch nicht der kleinste Buchstabe des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. 19 Wer auch nur eines von den kleinsten Geboten aufhebt und die Menschen entsprechend lehrt, der wird im Himmelreich der Kleinste sein. Wer sie aber hält und halten lehrt, der wird groß sein im Himmelreich.

Auch Jesus dürfte sich als Jude und nicht als Stifter einer neuen, nach ihm benannten Religion gesehen haben.

kinderglaube

Auch Kinder zweifeln bisweilen an religiösen, übernatürlichen Mythen. Aber der Glaube überwiegt. Und in der Erziehung werden mit der jeweiligen Religion, ihren Wunder- und Heilsgeschichten, Verhaltensnormen transportiert und eingeübt.

Wenn dann, häufig bei Jugendlichen, die Rebellion gegen die Welt der Erwachsenen folgt und die Geschichten der Religion in ihrer Zweifelhaftigkeit erscheinen und zudem am Verhalten der religiösen Autoritäten die Scheinheiligkeit und doppelte Moral gesehen wird, dann passiert etwas Verständliches, aber für die moralische Entwicklung junger Menschen gleichwohl Schädliches. Sie lehnen nicht nur die Mythen ab und den jeweiligen selbstgefälligen und verkommenen Klerus, sondern auch leider viele moralische Überlieferungen, die, für sich genommen, gut sind, und, hätten sie nicht das religiöse Drumherum, auch von jungen Menschen zweifelsohne als richtig empfunden werden könnten.

So leistet Religion mit ihrer Verquickung von unwahren Geschichten, von Mythen, mit guten moralischen Regeln in der Erziehung genau das Gegenteil von dem, was sie erreichen möchte. Statt die Moral zu festigen und gar zu begründen, führt der Konnex von Mythos und Moral zu einer Ablehnung von beidem. Beides bekommt den Anschein des Falschen, obgleich ihn die Mythen in höherem Grade verdienen.

Und selbst die Mythen erleiden ihr Schicksal der Verwerfung durch junge Menschen zu Unrecht. Erfundene Geschichten, fiktionale Texte, religiöse Erzählungen sind in großen Teilen faktisch unwahr. Aber sie können dennoch mächtige Bilder erzeugen, zu wichtigen Interpretationen führen. Das alles aber unter der ausdrücklichen Berücksichtigung ihrer Fiktionalität.

Die Auferstehung Christi ist kein Tatsachenbericht, sondern eine großartige Phantasiegeschichte.

Vor Ostern 2009