Leben
Eine Kugel ist für die Bewohner eines gedachten zweidimensionalen Raumes ein Kreis. Wenn die Kugel sich durch die bewohnte Ebene der Zweidimensionier bewegt, erscheint sie zunächst als Punkt, dann als Kreis der immer größer wird und wenn er den Äquator überschritten hat, wieder schrumpft.
Man könnte also vom Standpunkt der Lebewesen im zweidimensionalen Raum aus sagen, dass ein kleiner Kreis aus dem Nichts entstanden ist, größer wurde bis er seine maximale Ausdehnung erreichte, und dann wieder schrumpfte bis er letztlich ganz im Nichts verschwand.
Die Kugel im dreidimensionalen Raum und der Zeit wahrgenommen, ist nicht aus dem Nichts entstanden oder verschwunden, sie hat sich während des Entstehens und Vergehens der Kreisscheibe nur bewegt. Die Kugel im dreidimensionalen Raum und der Zeit ist hierbei geblieben wie sie ist, sie ist weder entstanden, noch vergangen. Das sollte uns über den Charakter des Werdens und Vergehens zu denken geben.
Wie würde unsere Welt und Zeit in einer weiteren Dimension oder gar in mehreren weiteren Dimension wahrgenommen werden? Was wäre unsere Erfahrungswelt zum Beispiel in einem elfdimensionalen Raum?
Erziehung, praktische Philosophie
Mit dem Wissen wächst das Interesse. Wer über Zinnsoldaten nichts gelesen hat, der geht an ihnen achtlos vorbei. Wer allerdings, vielleicht aus Langeweile oder Neugier, sich Wissen über Zinnsoldaten angeeingnet hat, der bleibt vor einem Schaufenster mit diesen kleinen Figuren stehen, bewundert ihre Aufstellung in Schlachtordnungen, ihre Uniformen und Kriegsgeräte. Er zeigt Interesse und sein Wissen wächst weiter.
Muss man sich mit einem Thema beschäfigen, das nicht sonderlich interessant erscheint, sollte man sich zunächst einmal einlesen und informieren. Mit dem Wissen kommt dann das stärkere Interesse. So reift bisweilen auch beim Knien und Beten die Frömmigkeit.
praktische Philosophie
In großen Höhen wird die Luft dünn. Fast benötigt man ein Sauerstoffgerät. Auch Gesellschaft findet sich nicht, es ist einsam. Wenig Lebewesen halten diese kalten, unwirtlichen Bedingungen aus. Die Gemütlichkeit geht mit jedem Höhenmeter allmählich verloren.
Dabei gibt es durchaus Kommentare, Kritik und Zustimmung derer, die aus der Ebene den Bergsteiger mit ihren Ferngläsern und Fernrohren beobachten. So wie es Fersehfußballer gibt, so gibt es Fernglasbergsteiger.
Neid mischt sich ein, Missgunst und Sabotage, derer, die nicht so weit kommen und unten bleiben. Wer hoch steigt, muss sich nicht wundern, scharf beschossen zu werden. Er bildet ein gutes, klares Ziel. Die Freude der Geringeren bei jedem Treffer ist gewiss.
Darum, besser bleib einer mit der Menge in der Niederung der gemeinen Menschen und erspart sich das Schicksal, sofern er überhaupt Begabung und Kraft dafür hätte.
Wenige konnten nicht anders und stiegen auf, Friedrich Nietzsche war darunter, doch statt mit dem klaren Weitblick eines Bergpanoramas, endete er in Umnachtung, gepflegt von seiner Schwester und zeitweise vorgeführt wie ein Tier im Zoo.
Erziehung, Religion
Große Ereignisse haben ihren Nachhall. Wer die Ohren spitzt, kann noch etwas vom ursprünglichem Klang in den Schwingungen der Lüfte vernehmen. In manchen Ohren, die wie Trichter geformt sind und aufgestellt werden können, auch bei Menschen, verstärken sich diese Geräusche der fernen Vergangenheit zu klarem, deutlichem Schall.
Hört man genau hin, so ist etwas seit zweitausend Jahren überdeutlich in der Luft und verfängt sich regelmäßig in meinen Ohren. Es ist das Einschlagen der Eisennägel in das Holz durch die Hände und Füße Gottes hindurch. Davor nehme ich noch die Geiselhiebe, wie sie auf den Rücken prasseln, wahr, dann noch das Straucheln und Fallen beim Aufstieg zur Schädelstätte.
Diese Akusmen durchdringen die Zeit und tragen die Stimmung und Botschaft, dass Menschen Gott grausam am Kreuz getötet haben. Er kommt zu den Menschen und die Menschen töten ihn, nach einem Prozess, nach Folter und Verspottung, nach versuchter Demütigung. Was anderes könnte vom homo sapiens zu erwarten sein.
praktische Philosophie
Wer Selbstdisziplin übt, befiehlt sich selbst. Er lernt klar zu befehlen und zu gehorchen. Er setzt sich beharrlich, tapfer und entschlossen über innere Widerstände hinweg.
Gute Befehle müssen die folgenden Merkmale haben:
1. Zeitform ist die Gegenwart
2. Konkret
3. Positiv formuliert
Z.B.: Ich schreibe den Brief an Herrn Kornblum.
Wird der Befehl nicht befolgt, weil der innere Schweinehund etwas anderes vor hat, muss er wiederholt werden, energisch, scharf und lauter werdend. Die innere Rede kann dabei in die laute Rede mit sich selbst wechseln. Das mag merkwürdig klingen, wenn jemand laut mit sich spricht, aber es ist besser diese Merkwürdigkeit in Kauf zu nehmen, als ohne Selbstdisziplin dahin zu treiben.