praktische Philosophie
Ockham’s razor ist in vielen Varianten formuliert worden, vorher und besonders nach William of Ockham.
Die Moderne bestimmt sich durch das Weglassen von Überflüssigem. Es so einfach wie möglich zu machen, ist maßgebendes Gestaltungsprinzip in Wissenschaft, Kunst und Leben.
praktische Philosophie
Der Wettkampf kann dazu führen, dass man selbst versucht besser zu werden und dazu, dass man den Gegner schwächt.
praktische Philosophie
Man muss sich nicht allzu sehr beunruhigen, sorgen über Zukünftiges, hadern mit Geschehenem. Wenn Gott, das Geschick, die Vorsehung oder die Naturgesetze etwas anderes „gewollt“ hätten, würde es gegenwärtig so sein und wäre auch früher so geschehen.
Die Freiheit des Menschen ist nur ein Gedanke an mögliche zukünftige Handlungsalternativen. Sobald die Gewitterfront der Gegenwart uns erreicht hat, ist alles eindeutig bestimmt und geschieht gerade so und in der Vergangenheit, in der Geschichte, ist es genau so geschehen. Die Zeitenscheide der Gegenwart macht jede Alternative unmöglich und so gibt es lediglich eine Wirklichkeit. Diese Wirklichkeit geschieht unerbittlich und im „großen Plan“ ist sie, so stellen wir uns das vor, genau so angelegt und das einschließlich der menschlichen Freiheit als gedanklicher Vorwegnahme möglicher Entscheidungen.
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Unsere Kommunikation ist auf Konsumwerbung ausgerichtet. Die schnelle und möglichst einfach erscheinende Befriedigung der Wünsche wird vorgespielt.
Dagegen kommen höhere Ziele, langfristige Aufgaben, die Verzicht erfordern, zu kurz. Bildung, das Erlernen und Üben von Fremdsprachen, auch die Schulung in der eigenen Sprache, die Selbsterziehung und Entwicklung in Kunst und Wissenschaft bleiben gegenüber der schalen, schnellen und billigen Bedürfnisbefriedigung auf der Strecke.
Der Komerz schafft den Geschmack eines Lebens von Surrogaten. Das Wahre und Wirkliche wird so den Menschen vorenthalten. Verzicht, Durchhalten, langfristige Anstrengung und Höherentwicklung, Disziplin und echter Gewinn gehen verloren.
Sich Gehenlassen kommt vor Disziplin, Genießen kommt vor Verzicht und Askese, das Sofort besiegt das Später. Alles wird schlapp und kurzatmig.
„Aber wir, die wir weder Jesuiten, noch Demokraten, noch selbst Deutsche genug sind, wir guten Europäer und freien, sehr freien Geister – wir haben sie noch, die ganze Noth des Geistes und die ganze Spannung seines Bogens! Und vielleicht auch den Pfeil, die Aufgabe, wer weiß? das Ziel …
Sils-Maria,Oberengadin im Juni 1885″
[Friedrich Nietzsche: Jenseits von Gut und Böse, Vorrede]
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Die körperlich Fusskranken sind bisweilen auch geistig nicht gesund. Wer hinkt, könnte ebenso in seinen Gedankengängen behindert sein. Einen Denker möchte ich, wo möglich, gehen sehn, das in Anlehnung an die Peripatetiker, an Nietzsche und Heidegger.