Erziehung, Evolution, Leben, Prävention
Sich selbst in die Zucht nehmen, unablässig, ohne Ausnahmen, lässt einen erst zum guten Erzieher werden.
Wer sich selbst nicht im Griff hat, der bekommt auch seine Zöglinge nicht zu fassen, dem fehlt überzeugende Autorität.
Selbstzucht und Zucht bei anderen sind dringend nötig und ein Wall, schützend vor einer ausufernden Bequemlichkeit, einem allgemeinen sich Gehenlassen.
- Haltung, ohne jemals in einen Verlust derselben abzugleiten
- Disziplin, zunächst und am härtesten gegen sich selbst
- Unbeugsamkeit gegen Widrigkeiten
- Abhärtung und Stärke gegen allgemeine Verweichlichung im Zerfall
- Eine Gegenbewegung zur „Verhausschweinung der Menschen“ (Konrad Lorenz)
Erziehung, Evolution, Leben, Ökonomie, praktische Philosophie
Viel weniger sind es, als noch vor 20 Jahren. In manchen, besonders den mitteldeutschen, Bundesländern hat sich die Zahl in diesem Zeitraum halbiert.
Das war aber im Grunde schon vor 6 Jahren abzusehen und in weiteren 6 Jahren wird es noch schlechter, da die Geburtenzahlen absolut weiter zurückgehen.
Die Frauen, gerade die intelligenten, leistungsfähigen und leistungsbereiten werden von ihrer Karriere beansprucht. Sie stehen, dank der Gleichberechtigung, in einem harten und kalten Wettbewerb mit den Männern. So opfert man die besten Jahre auf dem Altar des Kapitals, das sich über ein größeres und qualifizierteres Angebot an Arbeitkräften freut.
Die aussterbende Bevölkerung, die demographische Kapitulation der Industrieländer, sind den Wächtern und hohen Priestern der Profitraten gleichgültig. Sie sind im Wettbewerb zu kurzfristigen Erfolgen gezwungen. Würden sie anders denken, verschwänden sie als Opfer eines gnadenlosen Konkurrenzkampfes.
Eine persönliche, moralische Schuld ist hier nicht auszumachen. Es herrschen in der Tat Systemzwänge, die sich durch den internationalen Wettbewerb der Arbeitskräfte noch verstärken.
Also holt man, zu einer einschmeichelnden Begleitmusik von Gleichberechtigung und Emanzipation, die tüchtigsten Frauen in den Arbeitsmarkt und trocknet somit die Quelle eines klugen und starken Nachwuchses aus.
Die Politik ist jetzt noch williger Erfüllungsgehilfe der wirklich Mächtigen.
Eine Lösung des Problems könnte in einer nicht nur scheinbaren Volksherrschaft, einer echten Demokratie bestehen, im Gegensatz zur gegenwärtigen Herrschaft des Kapitals (gr. Δημοκρατία, von δήμος [démos], „Volk“, und κρατία [kratía], „Herrschaft“ – nach Wikipedia). Zur echten Demokratie gehört auch das Kinderwahlrecht, denn Kinder sind ein Teil des Volkes, bezogen auf die weitere Zukunft sogar der wichtigste.
Wie lange aber wird man aussterbende Länder zu Gunsten des Profites einiger Weniger hinnehmen?
Wann werden sich die Menschen von einer Fessel befreien, die zum biologischen, demographischen und sozialen Verfall führt?
Erziehung, Evolution, Gesundheit, Leben, praktische Philosophie
Der Verfall setzt oft schleichend ein, leise und dadurch unbemerkt oder zumindest unterschätzt. Läßt man den Anfängen gewähren, kann es schnell bergab gehen, moralisch, gesellschaftlich, wirtschaftlich, intellektuell und biologisch.
Wir benötigen ein scharfes Sensorium für das Böse.
Es sollte schon in Spuren deutlich von unserem feinen Geschmack bemerkt werden.
Und wir sollten uns nach oben bewegen, um noch sicherer zu sein vor einer schiefen Bahn in die falsch Richtung, nach unten.
Somit ist das Bestreben hin zu mehr Kraft, Gesundheit, Reinheit, Geist, Spiritualität und Wissen, zu Schönheit, Einfachheit und Klarheit. Das Ziel ist immer der Sieg der höheren Kräfte.
Evolution, praktische Philosophie, Wissenschaft
Brems Tierleben hat man das vorgeworfen. Xenophanes kritisiert es an der mit ihm zeitgenössischen griechischen Theologie.
Aber auch in unverdächtigen heutigen naturwissenschaftlichen Betrachtungen kommt der Anthorpomorphismus vor und zeigt bedenkliche Wirkungen.
Richard Dawkins schreibt vom egoistischen Gen und bildet dadurch, bewußt oder nicht, eine ideologische Grundlage assozialen und übertrieben kompetitiven Verhaltens. Dass Joachim Bauer mit seiner These vom „kooperativen Gen“ die Sache zum Guten, Gemeinschaftfördernden wenden will, mach das Ganze nur bedingt besser.
Wichtig ist eine Verwirrung der Begriffsebenen zu vermeiden und jeden Bereich angemessen und sachlich zu diskutieren. Moralisch Termini haben in der Genetik nichts zu suchen und umgekehrt sind wir weit davon entfernt aus der Genetik soziale Erscheinungen ableiten zu können. Wir kennen mit den Basensequenzen einiger Genome zunächst nur vergleichsweise die Buchstaben einer Sprache, können wenige Wörter lesen und sind von Sätzen meist noch weit entfernt und noch weiter entfernt von einem umfassenden Textverständnis.
Evolution, Wissenschaft
Selektion setzt voraus, dass es mehrere Einheiten gibt, aus denen einige ausgewählt werden und andere übrig bleiben, das heißt nicht ausgewählt werden.
Wenn es nur eine Einheit gibt, kann nicht von Selektion gesprochen werden.
Was bedeutet nun die Auswahl? Allgemein kann darunter ein Zustand oder Prozess verstanden werden, in dem sich ein wesentlicher Unterschied zu den nicht ausgewählten Einheiten zeigt.
Bei Ideen, die unter der Summe aller entwickelten Ideen als populär ausgewählt werden, ist dieser Zustand ihre Popularität.
Bei Lebewesen ist es die Vermehrung durch asexuelle oder sexuelle Fortpflanzung.
Bei Theorien ist es deren Akzeptanz und Verbreitung.
Stephen Wolfram schlägt vor, auch für das gesuchte fundamentale Modell des Universums eine Auswahl aus einer großen Anzahl möglicher Prinzipien zu treffen:
„And as a result, my guess is that the only realistic way to find the rule in the first place will be to start from some very straightforward representation, and then just to search through large numbers of possible rules in this representation.
Presumably the vast majority of rules will lead to utterly unworkable universes, in which there is for example no reasonable notion of space or no reasonable notion of time.
But my guess is that among appropriate classes of rules there will actually be quite a large number that lead to universes which share at least some features with our own. Much as the same laws of continuum fluid mechanics can emerge in systems with different underlying rules for molecular interactions, so also I suspect that properties such as the existence of seemingly continuous space, as well as certain features of gravitation and quantum mechanics, will emerge with many different possible underlying rules for the universe.“ [Wolfram, Steven (2002). A New Kind of Science. Wolfram Media. 468 f.]
Evolution
In meiner Schulzeit, das war in den 70er Jahren, hatten wir einen ausgezeichneten Biologieunterricht. Wir lernten so die klassische Evolutionslehre. Danach finden Mutationen zufällig statt und die Selektion bevorzugt die am besten angepassten Organismen, die dann ihre Gene stärker als der Rest vermehren.
Heute hat sich einiges geändert. Joachim Bauer, James A. Shapiro und andere deuten die genetische Evolution neu.
Ich bin ein wenig skeptisch, ob diese gegenwärtige Auffassung der Entwicklungsgeschichte des Lebens mehr in die Forschungsergebnisse hineinliest, als angemessen wäre, um das technische genetic engineering zu rechtfertigen. Es wird nämlich ein natürliches genetic engineering behauptet, um so möglicherweise den Schritt zum technisch-medizinischen genetic engineering zu erleichtern. Wird also hier die Wissenschaft zur Magd der Industrie, so wie sie früher die Magd der Theologie war (ancilla theologiae)?
Die geänderte Interpretationsweise behauptet:
Wichtige Schritte in der Evolution seinen nicht zufällig, sondern würden zu bestimmten Zeiten durch ein natürliches genitic engineering ausgeführt, um besonders auf wechselnde Umweltanforderungen zu reagieren. Also nicht mehr zufällige, sondern durch den Organismus selbst im Genom gerichtet ausgeführte Umbauvorgänge seine entscheidend.
Joachim Bauer betont, dass es nicht nur der Einzelorganismus ist, der so genetisch reagieren kann, sondern ein ganzes Ökosystem. Von „egoistischen Genen“ bleibt in dieser Auffassung, wohl zurecht, nichts mehr übrig. Vielmehr handelt es sich um gerichtete Veränderungs- und Anpassungsvorgänge auf mehreren Ebenen bis hinunter zum Genom. Das Genom selbst wiederum ist ebenso hierarchisch gegliedert.
Referenz:
Shapiro. A 21st century view of evolution: genome system architecture, repetitive DNA, and natural genetic engineering. Gene (2005) vol. 345 (1) pp. 91-100