ornamental

Gegen den Minimalismus und Reduktionismus der Moderne stellt sich die überschießende Verschwendung in Ornamenten, in Kraft und Gestaltung. Das zunächst Sinnlose, das Unwirtschaftliche, Überflüssige und Überfließende, der demonstrative Konsum, wie ihn Thorstein Bunde Veblen erklärte, Luxus und Pracht sind die Gegenmomente.

Als Zeichen von Macht, hier besonders als Werbung um Fortpflanzungspartner und als Rangzeichen der Gemeinschaften, erfüllt das sinnlos Verschwenderische seinen Sinn.

Nietsche hat die überschießende Kraftentfaltung vielfach beschrieben, ihren evolutionsbiologischen Sinn aber nicht in dem heute möglichen Grad erfasst.

Besonders fein gibt sich der Überfluss als luxuriöser Minimalismus, als Beschränkung auf das Notwendigste in seiner wertvollsten Gestalt. Oskar Wilde prägte das Bonmot, er sei bescheiden und wolle nur das Beste.

anstandsregel

Wie kann man sich anständig zu den Mitmenschen verhalten? Nun, es dürfte viele Wege dorthin geben.

Eine Hilfe zum Ziel, anständig zu sein, ist ein Gedankenexperiment:

Nehmen wir an, der jeweilige Mensch wäre der letzte mit dem wir es in diesem Leben zu tun hätten. Danach käme das Nirwana, das Nichts, das jüngste Gericht, das Paradies und so weiter.

Und auch wenn wir, wie ich hoffe, noch sehr lange und gut leben werden, so hilft diese Fiktion den Umgang mit den Anderen zu klären und letztgültig zu formen.

Ganz ausgeschlossen ist es ja auch nicht, dass der Gedanke real wird und irgendwann einmal werden wir mit dem letzten Menschen im Leben zu tun haben. Hoffentlich sind wir dann nicht allein. Und hoffentlich haben wir versucht, uns davor zu all den anderen Menschen wenigstens einigermaßen anständig zu verhalten.

staatsbürger

Der Staat und die Gesellschaft fahren gegen die Wand. Bedingt ist der Crashkurs durch

  1. die viel zu niedrige Geburtenrate der einheimischen Bevölkerung und
  2. die noch viel niedrigere Geburtenrate der leistungsfähigen und intelligenten Frauen. Diese Frauen werden in der Arbeitswelt ausgebeutet, anstatt Kinder zu bekommen und aufzuziehen.

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung hat eine zehnteilige Folge dazu geschrieben.

widerstand

Jede Anstrengung, beim Lernen, in der Arbeit, während sportlicher Übungen, droht dann zu scheitern, wenn sich ein Widerstand zeigt. Die Überwindung würde Kraft fordern, die nicht vorhanden ist, oder die nicht investiert werden soll.

Faule Arbeiter machen ihre Sache solange es einfach läuft. Zeigen sich Schwierigkeiten, geben sie auf, führen die Sache nicht zu Ende. Sie erklären, dass es nicht geht. Eigentlich fehlt ihnen nur die Lust, sich anzustrengen, Probleme zu lösen, statt an Problemen zu scheitern.

kreisrund

Eine Kugel ist für die Bewohner eines gedachten zweidimensionalen Raumes ein Kreis. Wenn die Kugel sich durch die bewohnte Ebene der Zweidimensionier bewegt, erscheint sie zunächst als Punkt, dann als Kreis der immer größer wird und wenn er den Äquator überschritten hat, wieder schrumpft.

Man könnte also vom Standpunkt der Lebewesen im zweidimensionalen Raum aus sagen, dass ein kleiner Kreis aus dem Nichts entstanden ist, größer wurde bis er seine maximale Ausdehnung erreichte, und dann wieder schrumpfte bis er letztlich ganz im Nichts verschwand.

Die Kugel im dreidimensionalen Raum und der Zeit wahrgenommen, ist nicht aus dem Nichts entstanden oder verschwunden, sie hat sich während des Entstehens und Vergehens der Kreisscheibe nur bewegt. Die Kugel im dreidimensionalen Raum und der Zeit ist hierbei geblieben wie sie ist, sie ist weder entstanden, noch vergangen. Das sollte uns über den Charakter des Werdens und Vergehens zu denken geben.

Wie würde unsere Welt und Zeit in einer weiteren Dimension oder gar in mehreren weiteren Dimension wahrgenommen werden? Was wäre unsere Erfahrungswelt zum Beispiel in einem elfdimensionalen Raum?

noten

Es sind die jeweiligen, üblichen, bestehenden Gebote, Gesetze und anerkannten Maximen zu befolgen. Aber das mit Augenmaß, ohne Über- und Untertreibungen, weder mit Nachlässigkeit, noch überkorrekt, weder pharisäerhaft noch allzu lässig. Die Befolgung bewegt sich im Rahmen des Üblichen, des anerkanntermaßen Schicklichen und der guten Sitten. Hierbei werden die dem wirklichen, nicht dem angemaßten, Rang entsprechenden Regeln genommen. Diese am Rang orientierten Handlungsmaximen sind ein wesentlicher Unterschied zwischen der konservativen und einer egalitären, sozialdemokratischen Weltanschauung.
Das Bestehende hat, besonders wenn es schon lange da ist, den Vorteil der Bewährung. Bei Neuem muss es sich erst noch zeigen, ob es in der Wirklichkeit etwas taugt. Die Vernunft kann zwar leicht Vorstellungen produzieren und sich allerhand Veränderungen ausdenken, die dem Gedanken nach Vorteile versprechen. Nur die Wirklichkeit ist endlos komplexer und kann durch Vorstellen nur unvollständig und fehlerhaft erfasst werden. Und Neuerungen, die als Ideen Vorzüge gegenüber dem Wirklichen haben, können, wenn man sie denn überhaupt in der Wirklichkeit umsetzen kann, zu katastrophalen Verschlechterungen, verglichen mit dem Bisherigen, führen.
Wenn sich die Verhältnisse ändern und das Hergebrachte und die Tradition nicht mehr zu taugen scheinen, dann sollte ruhig in der Vergangenheit zunächst einmal nach bewährten, bisweilen fast vergessenen, Lösungen für ähnliche Probleme gesucht werden. Und wenn wirklich etwas Neues notwendig ist, dann ist es eine Frage der Klugheit, des Augenmaßes, dieses Neue behutsam, vorsichtig und in möglichst kleinen Schritten auszuprobieren und erst nach tatsächlichen Erfolgen in der Realität und nicht nur in der Vorstellung oder auf dem Papier, eine Verwirklichung im größeren Maßstab zu wagen.