zucht

Sich selbst in die Zucht nehmen, unablässig, ohne Ausnahmen, lässt einen erst zum guten Erzieher werden.

Wer sich selbst nicht im Griff hat, der bekommt auch seine Zöglinge nicht zu fassen, dem fehlt überzeugende Autorität.

Selbstzucht und Zucht bei anderen sind dringend nötig und ein Wall, schützend vor einer ausufernden Bequemlichkeit, einem allgemeinen sich Gehenlassen.

  • Haltung, ohne jemals in einen Verlust derselben abzugleiten
  • Disziplin, zunächst und am härtesten gegen sich selbst
  • Unbeugsamkeit gegen Widrigkeiten
  • Abhärtung und Stärke gegen allgemeine Verweichlichung im Zerfall
  • Eine Gegenbewegung zur „Verhausschweinung der Menschen“ (Konrad Lorenz)

haare

Herr K. dachte: nie wieder Friseur, nie wieder rasieren.

Friseurbesuche kosten Zeit, Geld, führen zu juckenden Härchen am Hals und im Gesicht und das Risiko sich danach zu erkälten steigt.

Rasieren verletzt die Haut und man verliert gerade morgens wertvolle Minuten. Außerdem schützen Haare.

Also, Levitikus 19,27 und zwar endgültig.

Dann aber besann sich Herr K.. Er lebte gut zweieinhalb Jahrtausende später. Die Zeiten hatten sich verändert, nicht immer zum Besseren. Wir leben mit einem vielfachen atomaren overkill und in wirtschaftlich und politisch unsicheren Zeiten. Im Kleinen macht man es sich bequem und sieht weg, dachte Herr K..

Ihr sollt euer Kopfhaar nicht rundum abschneiden. Du sollst deinen Bart nicht stutzen.

לֹא תַקִּפוּ פְּאַת רֹאשְׁכֶם וְלֹא תַשְׁחִית אֵת פְּאַת זְקָנֶךָ׃

berufskonservativ

Berufskonservative Jouranlisten und Schriftsteller haben etwas Widersprüchliches an sich. Sie sind nicht glaubwürdig.

Der konservative Mensch ist bodenständig und tief in dem Hergebrachten verwurzelt. Er denkt nicht, dass die Gegenwart gut sei, sondern dass die meisten der vorgeschlagenen Verbesserungen alles nur noch schlimmer manchen würden.

Änderungsphantasien, Reformen und Revolutionen, kommen zudem am ehesten von Menschen, die aus Schwäche sich im Bestehenden nicht zurecht finden, deren Unzulänglichkeiten zur Unzufriedenheit führen. Zudem wollen Neuerer Machtpositionen ergattern, die sie im gegenwärtigen Zustand nicht erlangen können, für die sie unter den jetzigen Umständen zu schwach sind.

Der wirklich konservative Mensch ist kein Theoretiker, sondern ein Praktiker. Er handelt, er macht seine Sache so gut wie es eben geht und nutzt dabei die Erfahrungen und die Vorzüge der Tradition.

Der Theoretiker steht dem fern. Er schaut zu und ist zum Handeln oft nicht stark und gut genug. Und er weiß alles besser. So wird er zum Schreiber, zum Intellektuellen und in einem Oxymoron bisweilen zum konservativen Intellektuellen.

arbeitslos

Arbeitslose Einkommen finden sich überdeutlich an den beiden Extremen der Gesellschaft. Einmal bei den sehr Reichen, die von den Erträgen ihres Vermögens leben, ohne wirklich für die Renditen arbeiten zu müssen. Diese Menschen lassen ihr Kapital für sich „arbeiten“. In Wirklichkeit arbeiten natürlich Menschen, und zwar andere Menschen, für diese reichen Leute.

Deutlich wird auch am unteren Ende der Gesellschaft arbeitsloses Einkommen bezogen. Arme Menschen ohne Arbeit leben von staatlicher Hilfe, ohne dafür selbst zum Beispiel gemeinnützige Dienste leisten zu müssen.

Ich denke, beide Formen arbeitsloser Einkommen sind verwerflich. Das Einkommen, das jemand verdient, sollte seiner Arbeitsleistung entsprechen. Wenn jemand viel und gut arbeitet, dann sollte er auch viel und gut verdienen. Wenn jemand lediglich reich ist und nicht arbeitet und meint von seinem Vermögen leben zu dürfen, sollte eine Gesellschaft überlegen, ob die anderen Menschen für diese Reichen arbeiten müssen und wollen. Denn darauf läuft es ja hinaus, wenn man sagt, man lasse sein Geld arbeiten.

Und arme, hilfsbedürftige Menschen sollten unbedingt Hilfe bekommen. Aber sie sollten für diese Hilfe auch arbeiten, soweit das möglich ist.

Insgesamt ist es ja so, dass die, die arbeiten, für die anderen, die nicht arbeiten, auch die Arbeitsleistung erbringen müssen. Wenn die Arbeit gleichmäßiger verteil würde, wären alle im Durchschnitt reicher und/oder müssten weniger arbeiten.

Was ich jetzt nicht erwähnt habe, sind all die „Minderleister“, die sich in staatlichen und privaten Bürokratien herumdrücken ohne wirklich produktiv zu sein. Auch diese Menschen sollten zu produktiver und effizienter Arbeit herangezogen werden. Für unnütze Scheinbeschäftigungen, für bürokratischen Leerlauf jedenfalls, dürften keine Einkommen bezogen werden.

auto

Gut, zugegeben, ich bin teilweise auch noch ein ganz kleines Bisschen ein Autofan.

Aber nüchtern betrachtet sind Autos überwiegend schlecht.

Sie führen zu vielen tödlichen Unfällen, besonders auch bei Kindern. Und noch mehr Unfallopfer sind schwer verletzt und leiden oft lebenslang unter den Folgen eines Autounfalls.

Autos stinken und stoßen giftige Gase aus.

Autos sind laut. Insgesamt zerstören sie die Umwelt und beeinträchtigen das Wohnen und Lebend der Menschen in Städten und Dörfern.

Zudem sind Autos teuer.

Und Autos machen die Menschen träge und unterstützen den Bewegungsmangel. Sie fördern damit indirekt Erkrankungen, die mit Bewegungsmangel und Übergewicht verbunden sind.

Kurz:

Autos sind tödlich, sie zerstören die Umwelt und sie machen die Menschen krank. Die unbestreitbaren Vorteile der Autos können das nicht aufwiegen.

sparthenien

Sparthenien ist eine Republik, wirklich demokratisch, und sie bildet nach über zweitausendjährigem Suchen die Synthese von Sparta und Athen. Die Sparthenier vereinen die Strenge, die Disziplin und den starken Gemeinsinn Spartas mit der freien Bürgerlichkeit und Kultur Athens.
Nun, wo liegt dieses Land, und wo sind seine Bürger, die Sparthenier?
Im Vertrauen gesprochen, es hat noch keinen Ort und ist damit noch eine soziale Utopie. Aber es könnte sein und es wäre auch zu wünschen, dass sich unser Land, Deutschland, und mit ihm Europa, dorthin bewegen.
Das wäre allerdings eine mächtige Bewegung, ein wirklicher Erdrutsch.
In Sparthenien gibt es eine rege, aktive Beteiligung jedes Bürgers am politischen Geschehen. Der Konsum politischer Propaganda über die Massenmedien und besonders über das Fernsehen ist unbekannt. Dagegen beteiligen sich die Spartenier aktiv, diskutieren, tauschen frei ihre Meinungen aus und vertreten einzeln und gemeinschaftlich ihre Interessen.
Das hat zu einigen Prinzipien geführt:
Es herrscht ein allgemeines, gleiches, geheimes und freies Wahlrecht auch für Kinder. Die Eltern wählen treuhänderisch.
Politiker sind nicht nur wählbar, sondern auch abwählbar während einer Wahlperiode.
Es finden keine mittelbaren Wahlen der Exekutive statt.
Alle politischen Entscheidungen sind, soweit als irgend möglich, öffentlich.
Das Beamtentum ist abgeschafft. Gleichzeitig herrscht allgemeine Arbeitspflicht. Wer auf Leistungen der Gemeinschaft (Hilfe zum Lebensunterhalt) angewiesen ist, hat die Pflicht selbst sein Möglichstes für die Gemeinschaft, die ihm hilft, zu leisten.
Arbeitslose Einkommen sind beseitigt. Nur wer einer nützlichen Arbeit nachgeht verdient sein Geld redlich.
Haus- und Erziehungsarbeit werden bezahlt und zwar nach dem zu erwartenden Gehalt, das die Frau oder der Mann in ihrem Beruf verdienen würden. Diese Vergütung der Haus- und Erziehungsarbeit richtet sich auch nach der Anzahl der Kinder, die noch nicht volljährig sind.
Einige asoziale und unsittliche Erscheinungen sind  verboten, werden streng bestraft und in Schnellverfahren abgeurteilt. Dazu gehören:

  • Wirtschaftskriminalität
  • Steuerhinterziehung
  • Korruption
  • Menschenhandel
  • Drogenhandel
  • Gewaltverherrlichung

Man sieht also, dass Spartenien durchaus spartanisch ist.

Gleichzeitig herrscht ein attisches Klima. Es wird gedichtet, geschrieben, diskutiert, gespottet. Dramen werden aufgeführt. Überall ertönt Musik und die bildenden Künste werden fleißig und auf hohem Niveau ausgeübt.

Die Architektur hat eine besondere Blüte in Spartenien und wird auf der ganzen Welt bewundert und nachgeahmt.

Auch die wissenschafliche Forschung und Bildung stehen in höchstem Ansehen und werden eifrig betrieben.

Athen erfährt hier seine freiheitliche und späte Blüte.